Zerstören wir unsere Städte durch zu viel Tourismus selbst?

 Städtereisen sind ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt hat. Mal übers Wochenende raus aus dem Alltag, eine neue Stadt erleben – so tanken viele Menschen auf. Aber die Ausmaße des Städtetourismus haben schlimme Nebenwirkungen.

Viele Städte leiden unter den stetig wachsenden Touristenzahlen. Schuld ist der Trend zum Kurzurlaub. Um die wenige freie Zeit möglichst effizient zu nutzen, verreisen viele Menschen über ein verlängertesWochenende, um eine neue Stadt zu erleben. Für die Städte und deren Anwohner ist dies inzwischen eine echte Belastung geworden.

Fremd im eigenen Zuhause

Die wachsenden Zahlen des Städtetourismus erfreuen einerseits die Branche, sorgen aber auch für große Unzufriedenheit bei den Anwohnern. Es geht inzwischen so weit, dass sie sich in ihren Städten kaum noch zuhause fühlen.

Die große Anzahl der Touristen, die Jahr für Jahr die Städte „erobert“, bringt das städtische Gleichgewicht durcheinander. Das normale Lebensumfeld weicht einer touristisch geprägten Stadtgestaltung.

Touristengeschäfte und große Ketten

Die kleinen Geschäfte, die das Leben in den beliebten Metropolen so lebenswert machen, müssen nach und nach den Touristenshops weichen. Große Ketten siedeln sich überall in den betroffenen Städten an und verdrängen kleinere Mitbewerber. Dadurch verlieren die Städte ihr Flair und verändern ihre gesamte Struktur.

Wer hier leben muss, erlebt einen rasanten Anstieg der Lebenshaltungskosten. Da die Nachfrage immer größer wird, steigen Mieten für Wohn- und Gewerberäume immer weiter an.

Tourismus als wichtige Einnahmequelle

Natürlich ist der Städtetourismus auch eine wichtige Einnahmequelle. Trotzdem sollte ein gewisses Gleichgewicht gewahrt werden. Die Städte müssen sowohl attraktiv für den Touristen als auch lebenswert für den Einheimischen bleiben. Und dazu zählen auch die kleinen Geschäfte mit ihrem unverwechselbaren Flair.

Als eine Lösung des großen Problems sehen Experten wie Tourismusmanager Stephen Hodes eine Begrenzung der jährlichen Besucherzahlen in den Metropolen.

Bildurheber: dotshock / 123RF Standard-Bild

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