Was darf sich ein Gast eigentlich im Restaurant erlauben?

Versalzene Speisen, gestohlene Kleidung, Flecken auf der Bluse. Es gibt viele Gründe, warum sich Gäste beschweren oder Schadensersatzansprüche an den Gastwirt geltend machen möchten. Doch was ist eigentlich zulässig und wo lohnt es sich, erfolgreich gegenzusteuern?

Ein klassisches Beispiel, nicht nur in Slapstickkomödien, ist die Fliege in der Suppe. Will das Insekt auch eine Kostprobe der leckeren Speise haben und der Gast ist nicht bereit, sein Essen zu teilen so verlangt er vom Gastwirt eine neue Suppe. Diese wird er ihm in der Regel auch bringen, denn der Gast ist König und auch wenn der Wirt die Fliege nicht zum Mitessen eingeladen hat, so lässt sich der Teller Suppe dennoch verschmerzen.

Doch was ist, wenn der Pelzmantel von der Garderobe gestohlen wurde oder der Gast sich weigert, bar zu bezahlen und auf Kartenzahlung besteht? Kann er auch hier Schadensersatz verlangen? Es kommt auf den Einzelfall ab. Hat ein Gast dem Kellner seine Jacke ausgehändigt und er hängt diese im sichtbaren Bereich auf, so bleibt es fraglich, ob er während des Essens darauf zu achten hat, dass nicht ein anderer Gast mit der Jacke nach Hause geht. Um sich hier vor Schadensersatzansprüchen zu schützen ist es sinnvoll, ein Schild anzubringen mit dem Hinweis, dass weder Personal noch Gastwirt für die verloren gegangene Garderobe haften.

Schlechter Geschmack oder gerechtfertigte Beschwerde?

Ähnlich eindeutig ist der Fall beim Bezahlen der Rechnung. Der Gast muss nicht unendlich lange auf die Aushändigung seiner Rechnung warten. Eine halbe Stunde sollte hier die Obergrenze sein. Danach darf er aber nicht einfach gehen und die Zeche prellen. Er muss zumindest seine Daten hinterlassen, damit ihm die Rechnung nachgeschickt werden kann. Bei der Bezahlung ist Bargeld das überall akzeptierte Zahlungsmittel. Kartenzahlung muss der Wirt nicht akzeptieren, sofern er nicht explizit am Eingang oder in der Speisekarte darauf hinweist, dass Kartenzahlung in seinem Restaurant möglich ist. Hier kann der Gast auch nicht drauf bestehen, sondern muss im ungünstigsten Fall Geld am Automaten ziehen und bar bezahlen.

Wenn ihm das Essen nicht schmeckt ist es strittig, ob das vermeintlich schlechte Essen trotzdem zu bezahlen ist. Geschmack ist schließlich keine konstante Variable, sondern liegt immer im individuellen Bewertungsprozess des Gastes begründet. Käme es wegen eines unbezahlten Essens aufgrund des „schlechten Geschmacks“ zu einem Prozess bliebe es fraglich, zu wessen Gunsten dieser ausgehen würde.

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