Wann bleiben Trinkgelder in der Gastronomie steuerfrei?

In Deutschland gehört es zum guten Ton in der Gastronomie Trinkgelder zu geben, wenn man mit der Arbeitsleistung des Personals zufrieden war. Die Höhe liegt bei rund 10 Prozent. Im Ausland sogar oft bei 15 bis 20 Prozent. Doch ist die freiwillige Gabe von Trinkgeld eigentlich steuerfrei oder nicht?

Sobald der Kellner die Rechnung bringt oder der Lieferbote mit dem bestellten Essen an der Türe klingelt zücken viele ihren Geldbeutel und verteilen Trinkgeld. Die Höhe richtet sich nach dem Preis und liegt meist bei rund 10 Prozent. Doch was passiert dann mit dem Geld? Muss der Arbeitsnehmer dieses versteuern oder darf er es behalten und damit sein Gehalt aufbessern? Eine Antwort darauf gibt das Einkommenssteuergesetz. Nach Paragraf 19 dürfen Arbeitnehmer das Trinkgeld steuerfrei behalten, wenn einige Grundsätze gegeben sind. So muss die Zahlung immer vom Kunden direkt erfolgen und freiwillig geleistet worden sein. Außerdem darf es die Entlohnung der Arbeitsleistung nicht ersetzen, sondern muss zusätzlich erfolgt sein. Einen Rechtsanspruch darauf darf der Arbeitnehmer nicht erheben.

Unternehmer schauen in die Röhre

Anders sieht es da mit Unternehmern aus. Gehe ich als Kunde nämlich in ein kleines Bistro und werde vom Chef persönlich bedient, so hat der nicht so viel Freude an seinem Trinkgeld. Er muss dieses nämlich versteuern, es ist umsatzsteuerpflichtig. Bei der Buchführung muss jedes Trinkgeld, egal wie hoch, einzeln als Posten aufgeführt sein. Die Finanzämter kontrollieren oft penibel sämtliche Einnahmen und zu den normalen Einnahmen zählt dann auch das Trinkgeld der Gäste mit dazu. Hier kann es hilfreich sein, den Gast darauf hinzuweisen und gegebenenfalls auf ein Trinkgeld zu verzichten, um am Ende nicht ohnehin einen großen Teil des Geldes ans Finanzamt zurückzuzahlen. Wer den Umstand der Auflistung einfach ignoriert und das Trinkgeld nicht erwähnt, der macht sich strafbar.

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