Versicherungen Gastronomie: Was ist relevant?

Wie sichere ich mich heutzutage als Gastronom, Restaurant- oder Caféhausbesitzer ab? Das ist eine Frage, die nicht nur Startups im gastronomischen Umfeld umtreibt. Denn auch gestandene Unternehmer sind oft über-, unter- oder annähernd überhaupt nicht versichert. Und sie riskieren dabei viel. Was für Versicherungen sind überhaupt sinnvoll, welche sind dabei verpflichtend und auf welche kann man ggf. verzichten? Der Versuch einer Annäherung.

Selbständigkeit im Gastgewerbe ist eine anspruchsvolle Tätigkeit geworden. Was zählt, ist nicht nur die Geschäftsidee inmitten einer Flut an innovativen Modellen und immer mehr Systemgastronomie. Auch muss das geeignete Personal gefunden werden, Lage, Interieur und Personal müssen passen. Und die Arbeits- und Öffnungszeiten sind naturgemäß fordernd. Zusätzlich muss regelmäßig und zielorientiert Marketing betrieben werden, mit Lob und Tadel im Netz umgegangen werden und Steuer- sowie Versicherungsfragen müssen geklärt werden.

Wir vom Objektmöbel-Journal haben mal die wirklich relevanten Versicherungen zusammengefasst, die aus unserer Sicht – und nach Rücksprache mit Experten – für den Betrieb eines jeden Gastgewerbe entscheidend sind.

Die unumgängliche Betriebshaftpflichtversicherung

Zu den wichtigsten Versicherungen, die ein Restaurant-Besitzer tatsächlich benötigt, gehört unbedingt die Betriebshaftpflichtversicherung. Diese Art der Versicherung ist auch aus dem privaten Bereich als Haftpflichtversicherung bekannt, wo sie zu den Basisversicherungen zählt. Sie springt ein, wenn im Alltag Sach-, Personen- oder Vermögensschäden entstehen. Diese Versicherung zahlt auch dann, wenn Schäden durch Angestellte des Betriebes verursacht werden. Sie sollte Pflicht für jeden Restaurant-Besitzer sein, denn im hektischen Berufsalltag der Gastronomie kann es schnell geschehen, dass z. B. Rotwein die weiße Hose des Gastes trifft. Diese ist dann sicher kaum mehr zu retten. In einem solchen Falle springt dann die Betriebshaftpflichtversicherung und erstattet die Kosten.

Inventar abgesichert durch Geschäftsinhaltsversicherung

Die zweite wichtige Versicherung für einen Gastronomen ist die Geschäftsinhaltsversicherung. Diese dient dem Schutz des gesamten Inventars im Betrieb. Sollte es irgendwann einmal zu einem Einbruch kommen und die wertvollen Weinvorräte verschwinden oder durch Vandalismus Tische, Stühle und Lampen kaputt gehen, zahlt die Geschäftsinhaltsversicherung für den Schaden. Witterungsbedingte Schäden wie Sturm- und Hagelschäden oder Wasserschäden, werden auch durch diese Versicherung erstattet. Die Geschäftsinhaltsversicherung sollte um eine Betriebsunterbrechungsversicherung ergänzt werden. Dann kommt sie auch für den Geschäftsausfall auf, der durch solche Umstände entstehen kann.

Gewerblicher Rechtschutz bei Rechtsstreitigkeiten

Es kann passieren, dass es zu Rechtsstreitigkeiten kommt, welche nur mit anwaltlicher Unterstützung beigelegt werden können. Dann ist eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung wichtig. Sie übernimmt die Kosten für den Anwalt und das Gerichtsverfahren bei Rechtsstreitigkeiten aller Art rund um den Betrieb. Auch Kosten für Gutachter und Sachverständige oder eine juristische Erstberatung werden erstattet. Allerdings sind private Konflikte davon ausgeschlossen. Deshalb müsste für diese Fälle eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, die bei privaten Angelegenheiten greift.

Die genannten Versicherungen sind sozusagen der Basisschutz, der den Gastronomiebetrieb vor kaum vorhersehbaren Schwierigkeiten schützt. Dennoch sollten die über den Basisschutz hinausgehenden Versicherungen nicht komplett außer Acht gelassen werden.

Sorgenfrei mit der Betriebsunterbrechungsversicherung

In einem Schadensfall, der durch die Geschäftsinhaltsversicherung abgedeckt ist, wird zwar das Inventar ersetzt, jedoch nicht ein eventuell damit verbundener Geschäftsausfall. Gastronomen werden oftmals durch daraus resultierende Umsatzeinbußen finanziell überrumpelt. Sollte deshalb durch eine der vier Gefahrenarten wie beispielsweise ein Feuer, das Restaurant derartig beschädigt sein, dass vorerst eine Schließung erfolgen muss, greift hier die bereits oben genannte Betriebsunterbrechungsversicherung. Sie ersetzt die daraus resultierenden Umsatzeinbußen. Häufig gibt es die Möglichkeit einer kleinen Betriebsunterbrechungsversicherung, welche im Regelfall in die Geschäftsinhaltsversicherung integriert wird. Dabei erfolgt aber nur eine Erstattung von Umsatzeinbußen, wenn diese durch Schäden, die in der Geschäftsinhaltsversicherung abgedeckt sind, entstehen. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit von mittleren bzw. großen Betriebsunterbrechungsversicherungen. Diese werden als eigenständige Versicherung abgeschlossen. Je nach Versicherungshöhe werden auch Folgeschäden wie zum Beispiel Überstunden der Mitarbeiter erstattet und Schäden werden dabei über die vier Gefahrenarten der Inhaltsversicherung hinaus versichert. Da der Schaden, welcher durch die Umsatzeinbußen verursacht wird, meist höher als der Sachschaden selbst ist und dieser Aspekt häufig unter den Tisch fällt, sollte dieser Schutz stets bei jedem Gastronomiebetrieb durch eine Versicherung vorhanden sein.

Elektronikversicherung schützt wichtige Technik

In der heutigen Zeit der Digitalisierung kommen häufig auch komplexere elektronische Geräte in der Gastronomie zum Einsatz, vor allem für die Bestellung und Abrechnung. Teilweise sind die Geräte so kostspielig, dass diese über die Versicherungssumme der Inhaltsversicherung nicht mehr abgedeckt werden. Zudem beinhaltet diese nur die vier Gefahrenarten. Wie man es aber aus seinem Alltag kennt, werden elektronische Geräte meist nicht durch ein Feuer, Wasserschaden, Sturm oder Hagel beschädigt. Durch eine Elektronikversicherung wird jedoch eine Vielzahl an anderen Risiken, unter anderem auch Bedienungsfehler, miteingeschlossen. Dabei gibt es etliche unterschiedliche Leistungsumfänge, welche neben dem Ersatz von beschädigten Geräten beispielsweise auch die Kosten der Miete für Ersatzgeräte oder der Wiederherstellung betriebswirtschaftlicher Daten abdecken.

Viele Restaurants sind auf ihre elektronischen Bestell- und Abrechnungssysteme angewiesen. Bis ein neues Gerät einsatzfähig ist oder überhaupt erst finanziert werden kann, ist ein normaler Betrieb fast undenkbar. Durch die Erstattung des Geräts oder sogar der Mietkosten eines Ersatzgerätes, können sowohl die Umsatzeinbußen als auch die Angst vor finanziellen Überlastung gemindert werden. Jeder Restaurant-Besitzer muss nichtsdestotrotz für sich selbst entscheiden, inwiefern sehr sein Betrieb von der Elektronik abhängt. Zudem sind auch etwas günstigere Elektro-Geräte für die vier Gefahrenarten in der Geschäftsinhaltsversicherung im Normalfall abgedeckt.

Vertrauensschadensversicherung geht auf Nummer sicher

Je nach Größe des Restaurants variiert die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter. Mit zunehmender Anzahl kann es passieren, dass man nicht alle Mitarbeiter so gut kennt, wie man meint. Darüber hinaus ist im Gastronomiebetrieb der Umgang mit Geld, vor allem bei den Mitarbeitern, gang und gäbe.

Um sich ausreichend abzusichern gibt es eine sogenannte Vertrauensschadenhaftpflichtversicherung. Diese sichert Vermögensschäden ab, welche durch vorsätzlich unerlaubtes Handeln eines Mitarbeiters oder einer anderen Vertrauensperson, verursacht wurden. Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Sabotage, die Weitergabe von Betriebsgeheimnissen oder die Veruntreuung von Geldern werden durch solch eine Versicherung umfasst. Darüber hinaus sind auch zusätzliche Kosten für die Aufklärung des Schadenfalls und Feststellung der tatsächlichen Schadenshöhe oder PR-Berater, welche eventuelle Rufschädigungen abtragen, häufig in einer Vertrauensschadenversicherung miteingeschlossen. Ferner umfassen solche Versicherungen häufig auch Schäden verursacht von außenstehenden Dritten, welche Eingriffe in die elektronische Datenverarbeitung des Betriebes vornehmen. Beispielsweise Hacker-Angriffe fallen darunter.

Aber auch kleinere Betriebe sollten solch eine Versicherung nicht außer Acht lassen. Denn immer öfter kommt es vor, dass man sich auch in langjährigen Mitarbeitern täuscht oder das gute Verhältnis durch eine vielleicht zunächst kleine Meinungsverschiedenheit zerstört wird. Da auch Eingriffe durch Dritte in dieser mitversichert sind, welche in der heuten digitalen Welt nicht undenkbar sind, sollte sich auch kein Mitarbeiter in seinem Vertrauensverhältnis angegriffen fühlen.

Versicherungen für die Gastronomie: Vergleichen?!

Nichtsdestotrotz ist der Abschluss einer der unbeliebtesten Schritte, wenn es um Thema Versicherungen geht. Oft undurchsichtig Kleingedrucktes und horrende Preise lassen die Versicherungsbranche in keinem guten Licht stehen. Nach eigenständiger und stundenlanger Recherche im Netz hat man oftmals trotzdem keinen ausreichenden Überblick gewonnen, ganz unberücksichtigt dem enormen Zeitaufwand, welcher dahinter steckt. Auch vor einem Beratungsgespräch durch einen Versicherungsmakler schrecken viele zurück, da die Angst zu viel angedreht zu bekommen meist überwiegt. Mittlerweile gibt es im digitalen Zeitalter glücklicherweise gute Vergleichsportale. So wie 9brands.de, hier erhält man einen für sich individuell passenden Überblick zu, unter anderem, verschiedenen Versicherungstarifen. Dadurch wird der optimale Tarif-Vergleich schnell und kinderleicht gestaltet.

Fazit:

Auf jeden Fall sollte eine gewerbliche Rechtsschutz-, Betriebshaftpflicht- und auch eine Geschäftsinhalts- versicherung abgeschlossen werden. Danach muss jeder individuell für sein Restaurant entscheiden, welche Bestandteile in seinem Lokal essenziell für den laufenden Betrieb sind. Dann muss zuletzt eigens entschieden werden, welche und vor allem, in was für einen Umfang, zusätzliche Versicherungen abgeschlossen werden sollten. Dennoch sollte man sich nicht schlaflos vor Angst Unmengen an Zusatzversicherungen zulegen. Wenn man sich jedoch für bestimmte Versicherungen entschieden hat, sollte am Leistungsumfang nicht als erstes gespart werden. Denn im billigsten Versicherungsschutz sind oftmals nur wenige Schadensfälle einbegriffen.

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