Thema Bettensteuer: Strohballen sind keine Betten

Kreativität ist der Schlüssel zum Erfolg. In Potsdam lässt ein Hotelier die Vergangenheit wieder aufleben, um den Stadtvätern einen Denkanstoß zu geben.

Die Bettensteuer sorgt bei den Hoteliers in Potsdam für einigen Unmut. Trotzdem ist sie beschlossene Sache und nicht mehr zu umgehen. Oder vielleicht doch? Mit viel Kreativität stellt sich der Betreiber des Potsdamer Inselhotels der neuen Abgabe entgegen. Er hofft auf neue Diskussionen zur Bettensteuer und auf ein Schmunzeln über seine Idee in der Branche.

Schlafen wie die Urgroßeltern

Der Hotelier hat seine Idee blitzschnell in die Tat umgesetzt und ein komfortables Doppelbett durch Strohballen ersetzen lassen. Es soll ein Test der besonderen Art sein. Muss die Bettensteuer auch bezahlt werden, wenn es gar kein Bett gibt? Wie kommt diese außergewöhnliche Schlafgelegenheit bei seinen Gästen an? Und ist dies vielleicht der Denkanstoß, den die Stadtväter Potsdams brauchten, um die Bettensteuer vielleicht noch einmal auszudiskutieren?

Bettensteuer zur Finanzierung der Parkanlagen von Sanssouci

Ursprünglich sollte es in Potsdam eine allgemeine Tourismusabgabe geben, um die Erhebung von Eintrittsgeldern zur Erhaltung und Pflege der Parkanlagen zu vermeiden. Doch diese Tourismusabgabe hätte unzählige Gewerbebetriebe getroffen und wurde kurzerhand auf die Hotellerie umgelegt. Nun gilt die Bettensteuer aber bereits als beschlossene Sache, obwohl sich die gesamte Branche dagegen gewährt hatte. Eine Klage wurde eingereicht. Ob diese jedoch Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, denn das Verfahren läuft noch.

Strohballen statt Doppelbett?

Bislang hat der Betreiber des Inselhotels nur ein Doppelbett durch Strohballen ersetzen lassen. Die Reaktion seiner Gäste ist aber durchweg positiv, sodass es nicht abwegig erscheint, diese Maßnahme etwas mehr auszudehnen. Einige seiner Gäste fühlen sich in die Zeit ihrer Urgroßeltern zurückversetzt und genießen diesen Ausflug in längst vergangene Zeiten in vollen Zügen. Wer jetzt denkt, dass günstigere Preise für die Übernachtung winken, irrt gewaltig. Nur die ersten Gäste erhielten das Zimmer ein wenig günstiger. Trotz Normalpreis wird das „Strohballen-Zimmer“ gern gebucht.

So hat sich die außergewöhnliche Idee schon in doppeltem Sinne gelohnt. Rein marketingtechnisch ist die Strohballen-Schlafgelegenheit ein echter Kracher. Und außerdem regt die Idee ganz sicher den Einen oder Anderen noch einmal zum Überdenken der Bettensteuer an.

Quelle: maz-online

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Strohlager-statt-Bett-Protest-gegen-Bettensteuer-in-Potsdamer-Hotel

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