Tarifverträge in der Gastronomie

Tarifverträge geben den Beschäftigten der Gastronomie Sicherheit. Leider bieten noch längst nicht alle Gastronomiebetriebe eine Beschäftigung nach Tarif. Deshalb appelliert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nun an alle Arbeitgeber.

Wer in der Gastronomie beschäftigt ist, wird oft besonders knapp entlohnt, nur selten nach Tarif. Dies bedeutet neben den finanziellen Einbußen jeden Monat auch weniger Urlaubstage und längere Arbeitszeiten. Kein Wunder also, dass die Branche ihre Attraktivität zu verlieren droht.

Gewerkschaft fordert Entlohnung nach Tarif

Immer mehr Betriebe entziehen sich den Tarifverträgen, um ihre Lohnkosten geringer zu halten. Dies betrifft alle Branchen. In der Gastronomie wird es besonders deutlich, weil diese Branche ohnehin zu den schlechtbezahltesten überhaupt gehört. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert dazu auf, sich den ausgehandelten Tarifverträgen anzuschließen.

Die Zahlen belegen deutlich, dass vor allem kleinere Betriebe nicht nach Tarif bezahlen. In Niedersachsen sieht die Realität so aus: Nur 26 Prozent aller Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern zahlen nach Tarif. Bei größeren Unternehmen sind es immerhin um die 75 Prozent.

Für die Angestellten bedeutet die Entlohnung nach Tarif eine deutlich spürbare Verbesserung. Diese spiegelt sich in den Arbeitszeiten, dem Stundenlohn und auch in der Anzahl der Urlaubstage wieder. Aktuell sind sogenannte Flächentarifverträge angedacht. Diese sollen zeitnah ausgehandelt werden. Mit Tarifverträgen soll außerdem ein stabiler Arbeitsmarkt gewährleistet werden. Dumping-Anbieter hätten mit den festen Tarifverträgen schlechte Karten, um sich am Markt zu etablieren.

Auch Gaststättengewerbe in der Schweiz verhandelt

Auch in der Schweiz wird versucht, die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie zu verbessern. Ein neuer Landesgesamtarbeitsvertrag soll eine deutliche Verbesserung im Lohngefüge der Branche bewirken. Leider versucht GastroSuisse die Verhandlungen auszusetzen. Der Verband ist der Meinung, dass die Forderung der Gewerkschaft deutlich höher ausfallen wird, als diese im Landesgesamtarbeitsvertrag vorgesehen sind. Durch Mindestlöhne, die in den einzelnen Kantonen abweichend voneinander gestaltet werden, könnten die Vorgaben durch die Gewerkschaften umgangen werden, wie GastroSuisse befürchtet.

Bildurheber: kadmy / 123RF Standard-Bild

Ähnliche Beiträge

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.