Stress im Service – Psychologisch gesehen

Die Gastronomie ist eine stressige Branche. Das liegt an ganz bestimmten Stress-Auslösern und Abläufen im Gehirn, die die Arbeit in dieser Art stark beansprucht. Als Gastronom sollte man sich dieser Stressoren und den Umständen, die sie fördern bewusst sein, um sie vermeiden zu können.

Anspannung, viel Rauchen, Erschöpfung, Gereiztheit, weniger Leistung, Schwitzen – Haben Sie diese zeichen bei Ihren Angestellten beobachtet? Das können bio-chemische Reaktionen Ihrer Mitarbeiter auf Stress sein. Langfristig können Magengeschwüre, Schlafstörungen, Burn-Out, Bluthochdruck und sogar Depressionen die Folge sein.

Die Gastronomie gehört mitunter zu den stressigsten Branchen. Schnelle Arbeitsabläufe, Zeitdruck, der direkt in Korrelation mit dem Verdienst steht. Dabei hohe, und steigende, Qualitätsanforderungen was Verhalten und Produkt angeht. Organisatorisch und körperlich eine Belastung, die nicht unterschätzt werden darf. Das gilt von allen Beteiligten – vom Chef mit Finanzverantwortung, oft selbstständig mit der eigenen Existenz als Motivator, bis zur Kellnerin, die auf Trinkgeld durch schnelle, effektive und gleichzeitig extrem freundliche Arbeitsweise angewiesen ist.

Arten von Stressoren bei Restaurantmitarbeitern

Es werden zwei Arten von Stress-Auslösern unterschieden. Zum einen die Objektiven, zum anderen die Sozialen. Objektive Stressoren sind zum Beispiel Zeitdruck, Probleme beim Organisieren und erhöhte Konzentration, wenn viel los ist im Restaurant. Unsicherheit verschlimmert das bei neuen und unerfahrenen Mitarbeitern. Auch wenn die Sinne überfordert sind, wird Stress ausgelöst – zu viel Lärm, unangenehme Temperaturen, intensive Gerüche prasseln auf den Kellner ein und überfordern. Subjektiv kann Stress durch Probleme mit anderen (seien es Chef, Mitarbeiter oder Gäste) hervorgerufen werden, durch das Erleben von aggressivem, überkritischem oder abwertendem Verhalten, durch Ungerechtigkeit oder Mobbing. Hier liegt es vor allem am Vorgesetzten, eine angenehme Arbeitsatmosphäre aufrecht zu erhalten.

Psychologische Theorien zu Stress

Stress hat also viele Ursachen. Wie diese oben genannten Auslöser entstehen und was dann in Kopf und Körper passiert, dazu gibt es Überlegungen von vielen verschiedenen Experten. Ungerechtigkeitsempfinden zum Beispiel entsteht laut Psychologe Adams überhaupt erst, wenn die Investition in und die Belohnung für die geleistete Arbeit nicht ausgeglichen sind. Nach Dunke und Zapf wird Stress durch Ungleichgewicht ausgelöst – nämlich zwischen den Anforderungen seitens der Umwelt, den eigenen Maßstäben und den gegebenen Voraussetzungen zum erbringen der entsprechenden Leistung. Nach Greif ist Stress dann spürbar, wenn man befürchtet, eine unangenehme Situation nicht oder nicht richtig bewältigen zu können. Nach dem Psychologen Lazarus ist der größte Stressfaktor, wenn man sich etwas nicht gewachsen fühlt oder eine Bedrohung empfindet (wie Beispielsweise das Entlassenwerden).

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