Stehen bald Kakteen auf der Speisekarte?

Je außergewöhnlicher die Zutaten und Gerichte sind, umso lieber kommen Gäste ins eigene Lokal. Wie wäre es da zum Beispiel mit einem leckeren Kaktus, natürlich ohne Stachel aber dafür mit viel Geschmack und guten Nährstoffen? In Japan zeigt man, wie es geht.

In der japanischen Stadt Kasugai (Präfektur Aichi) züchten die Landwirte Kakteen, die sie dann an die Gastwirte verkaufen. Die kreieren daraus leckere Gerichte und Getränke. Und das hat eine lange Geschichte. Als im Jahr 1959 der Taifun Vera große Anbauflächen für Obst und Gemüse verwüstete, brauchten die Landwirte einen Plan, um die Bevölkerung weiter zu ernähren. Sie nutzen Kakteen, denn die enthalten viele gute Nährstoffe und haben einen hohen Wasseranteil.

Aus der Not wurde eine Tugend und daraus eine lange Tradition die fast in Vergessenheit geriet, als immer mehr Landwirte starben und niemand mehr den Anbau weiter fortführen wollte. Deshalb ist jetzt ein neuer Trend entstanden. Schon 200 unterschiedliche Kakteenarten werden in Kasugai angebaut und als Nutzpflanzen verwendet. Seit 2006 gibt es das Projekt bereits, was von der japanischen Handelskammer einst ins Leben gerufen wurde.

Cocktails und Beilagen mit Kaktusfeige

Die Kakteen selbst werden in speziellen Gewächshäusern kultiviert. Daraus entstehen dann zum Beispiel Leckereien wie Saboten Sui, ein kohlensäurehaltiges Getränk mit dem Geschmack der Kaktusfeige. Das lässt sich pur genießen oder mit Alkohol beispielsweise zu einem leckeren Cocktail mischen. Und die Möglichkeiten der Nutzung von Kakteen als außergewöhnliche und zugleich einfache Nahrungsquellen sind fast unbegrenzt. Das wissen auch die Mexikaner, die ebenfalls Kakteen in ihren Nahrungsplan fest aufgenommen haben. In diesen warmen Gegenden braucht es noch nicht einmal Gewächshäuser. Hier wachsen die Kakteen einfach überall und sind deswegen günstig verfügbar und leicht zu kultivieren.

Da scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch in Deutschland der Kaktus auf der Speisekarte landet, vielleicht zunächst als exotische Zugabe und später als ganz normale Beilage?

Bildurheber: marcomayer / 123RF Standard-Bild

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