So umgehen Gastronomen den Mindestlohn

Der Verdienst in der Gastronomie ist vor allem für Berufsanfänger wenig reizvoll. Immer häufiger versuchen Gastronomen, den Mindestlohn zu umgehen, um Kosten zu sparen. Dabei verlassen sie sich vor allem auf die Trinkgelder, die in der Branche fließen.

Wer in der Gastronomie beschäftigt ist, wird oft unterbezahlt. Zollkontrollen haben ergeben, dass viele Gastronomen ungenaue Festlegungen bezüglich der Arbeitszeiten nutzen, um ihrem Personal weniger zahlen zu müssen.

Arbeiten auf 450 Euro Basis

Dass die Gastronomie eine Branche mit vielen Schwächen ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Es fehlt an Fachkräften, und das Personal wird so niedrig bezahlt, dass es kaum zum Lebensunterhalt reicht. Die Branche umfasst die Berufsgruppen, die deutschlandweit mit am schlechtesten bezahlt werden. Der gesetzliche Mindestlohn sollte zumindest etwas Entspannung schaffen. Doch zahlreiche Zollkontrollen haben ergeben, dass dieser gern umgangen wird. Dadurch wird die erhoffte Wirkung oftmals verfehlt.

Nicht wenige Gastronomen stellen ihr Personal auf 450 Euro Basis ein, lassen es aber oft in Vollzeit arbeiten. Schwammige Arbeitszeiten sind nur eine Variante, wie dies vertuscht wird. Oft erfolgt die Entlohnung für die zusätzlichen Stunden „auf die Hand“, was dem Gastronomen die Zahlung diverser Kassenbeiträge erspart. Auch die Beschäftigten betrachten es zum Teil sogar als Vorteil, weil sie keinerlei Abzüge darauf zahlen. Dass sie damit aber nur ausgebeutet werden, ist ihnen häufig gar nicht bewusst.

Trinkgelder als fester Bestandteil des Lohnes

In der Vergangenheit traten immer mehr Fälle auf, in denen Gastronomen ihr Personal weit unter Mindestlohn bezahlten. Sie rechneten einfach das Trinkgeld hinzu und waren sich keiner Schuld bewusst. Dass die Zahlung von Trinkgeldern in Deutschland eine freiwillige Sache ist, sich das Servicepersonal also auch nicht darauf verlassen kann, war in diesen Fällen egal.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Trinkgelder seit einiger Zeit nicht mehr versteuert werden müssen. So wurden sie zu einem gern gesehenen Zubrot, das in den meisten Fällen dabei half, den Lebensunterhalt zu bestreiten.

An all diesen Beispielen ist deutlich erkennbar, dass die gesamte Branche eine dringende Reparatur benötigt. Nur, wenn die Missstände endlich ausgeräumt werden, kann die Gastronomie wieder zu einem attraktiven Berufszweig werden.

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