Scharf, Schärfer – ruft mal einer den Krankenwagen!

Die meisten kennen es vielleicht von der guten alten Currywurst. An der Hall of Fame hängen Fotos jener Gäste, die die Currywurst mit extra scharfer Haussauce essen konnten. Der als „Vegan Papst“ bekannte Attila Hildmann könnte es jetzt aber vielleicht übertrieben haben.

Was woanders die Currywurst ist, ist in Attila Hildmanns Berliner Snackbar der „Hellfire Burger“. Und der hat es wohl in sich, eine Mischung aus verschiedenen Chilis und scharfen Saucen bringen es im  höchsten Fall auf einen Schärfegrad von 9 Millionen Scoville. Zum Vergleich, eine handelsübliche Tabasco Sauce bringt es höchsten auf schlappe 5.000 Scoville. Wer den „Hellfire Burger“ bezwingt, bekommt ihn nicht berechnet, ein paar kleine Extras und landet natürlich ebenfalls an einer „Wall of Flame“.

Offenbar Anreiz genug für den einen oder anderen Gast es zu versuchen. Wie mehrere Medien aber berichten, scheint es kürzlich fast schief gegangen zu sein. Zumindest musste ein Krankenwagen anrücken, und medizinisch eingreifen, weil ein Gast sich überschätzt hatte.

Hildmann ging mit dem Vorfall offen um und postete das Ereignis bei Facebook:

Was folgte, war ein veritabler Shitstorm. Stellte sich das Facebook Posting doch eher als verkappte Werbeaktion heraus, nach dem Motto, schaut her, ist so scharf hier, da muss sogar ein Sani vorbeikommen. „Nix für Mimosen“ eben, wie der „Vegan Papst“ selbst schreibt. Und ob ihm der Hinweis auf die Verzichtserklärung wirklich hilft, man darf es bezweifeln.

Zudem scheint es auch in den weit über 300 Kommentaren, die dem Posting folgen nicht viel freundlicher zugegangen sein. Bei vielen herrscht Unverständnis für solche Werbeaktionen, ganz besonders wenn es sogar so weit geht, dass ein Krankenwagen anrücken muss. Sanitäter haben einen wichtigen, lebenswichtigen Job – muss man also wirklich ihre Zeit damit verschwenden, notfalls bei derartigen – für den Wirt ja verdammt billige – Werbeaktionen ausrücken zu müssen.

Da haben die Kommentatoren sicher nicht ganz Unrecht. Irgendwann hört der Spaß schließlich auf.  Und das gilt nicht nur für den unnötigen Einsatz der Sanitäter im Fall der Fälle, sondern auch was die Verantwortung des Wirtes angeht. Mag ja sein dass auch Hildmann mit der Verzichtserklärung aus der der Verantwortung ist, mag auch sein, dass er die Gäste im Vorfeld ausdrücklich warnt und über die Gefahren aufklärt – am Ende ist er es aber auch, der ihnen den „Hellfire Burger“ verkauft hat. Ethisch kann er sich eben nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen!

Hinweis: Der Beitrag spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider, sondern ausschließlich des Autors Thomas Matterne.

Bildurheber: limonzest / 123RF Lizenzfreie Bilder

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