Rechtlicher Rahmen für Nachtarbeit

Auch in Hotellerie und Gastronomie ist Nachtarbeit üblich. Dabei sind einige rechtliche Bestimmungen bezüglich Arbeitszeit und Entlohnung unbedingt zu beachten. Basis ist die genaue Definition der Nachtarbeitszeit.

Wer in seinem Hotel- oder Gastronomiebetrieb auch nachts arbeiten lässt, ist verpflichtet, das geltende Arbeitsrecht zu berücksichtigen. Hier gibt es lokal zum Teil unterschiedliche Vorgaben, die vorab unbedingt geklärt werden sollten.

Nachtarbeit lokal unterschiedlich definiert

Wird im Hotel oder im Gastronomiebetrieb auch nachts gearbeitet, sind einige Vorgaben zu beachten. Dabei sollte zuerst überprüft werden, von wann bis wann Nachtarbeit in der jeweiligen Region definiert ist. Nach geltendem Arbeitszeitgesetz findet Nachtarbeit zwischen 23 und 6 Uhr statt. Für Bäckereien und Konditoreien ist die Zeit zwischen 22 und 5 Uhr festgelegt. Allerdings ist es auch möglich, dass nach den geltenden Tarifverträgen andere Zeiten ausgehandelt sind. So findet Nachtarbeit beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe in Hessen nach dem ausgehandelten Manteltarifvertrag nur zwischen 1 und 6 Uhr statt.

Für den Arbeitnehmer ist es wichtig abzuklären, ob er als Nachtarbeitnehmer gilt oder nicht. Als Nachtarbeitnehmer gelten alle Menschen, die in Wechselschichten regelmäßig nachts arbeiten oder die mindestens 48 Kalendertage im Jahr nachts ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Arbeitsschutz bei Nachtarbeit

Wer nachts arbeitet, hat den Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchungen im Abstand von drei Jahren. Wer über 50 Jahre alt ist, darf diesen Anspruch jedes Jahr wahrnehmen. Die Kosten für diese Untersuchungen trägt der Arbeitgeber.

Oft wird den Nachtarbeitnehmern auch mehr Urlaub zugesprochen, was in Tarifverträgen verankert ist.

Wird eine gesundheitsgefährdende Belastung durch die Nachtarbeit festgestellt, muss eine Umsetzung auf einen Tagarbeitsposten gewährt werden.

Auch in der Entlohnung spiegelt sich die Nachtarbeit wieder. Nachtzuschläge sind sogar gesetzlich festgelegt. Es heißt im Arbeitszeitgesetz, dass es eine Entschädigung in Form von bezahlten freien Tagen oder einem angemessenen Zuschlag geben muss. In den meisten Bundesländern ist der Nachtzuschlag in entsprechenden Tarifverträgen genau festgelegt. Ansonsten gilt es, zwischen Arbeitszeitgesetz, Sozialversicherungsgesetz und geltendem Steuerrecht die jeweiligen Unterschiede zu erkennen und zu nutzen.

Bildurheber: madamlead / 123RF Standard-Bild

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.