Pro & Contra – Gebühren bei der Reservierungsabsage verlangen

Leere Tische im Restaurant bedeuten in erster Linie einen Verdienstausfall für den Wirt, besonders schmerzlich dann, wenn diese zuvor reserviert wurden. Doch darf der Wirt den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schaden auf den nicht erschienen Gast ummünzen? Die Rechtslage verwirren.

Die meisten Restaurantbetreiber kennen das Problem. Gäste reservieren Tischen via Telefon oder Internet für den Abend vor, erscheinen dann aber nicht. Der frei gebliebene Tisch kann deshalb nicht für einen anderen Gast zur Verfügung gestellt werden und bleibt leer, damit auch unbezahlt.

Tag für Tag entgehen durch diesen Umstand den Wirten viele hundert Euro an Einnahmen. Deshalb versuchen nun immer mehr, verbindliche Regelungen zu finden, um den wirtschaftlichen Verlust nicht länger hinnehmen zu müssen und bitten den säumigen Gast trotzdem zur Kasse. Doch ist das erlaubt?

(Vor-)Vertrag eingehen oder lieber woanders essen gehen?

Jaein, sagen Juristen. Zum Beispiel dürfen Wirte ein vorher genau abgesprochenes Menü für eine fixe Gästezahl, etwa bei einem Hochzeitsessen oder anderen Familienfeierlichkeiten, entsprechend berechnen, auch wenn niemand erschienen ist. Der Wirt hatte schließlich schon im Vorfeld Ausgaben für die Vorbereitungen und damit einhergehend einen großen wirtschaftlichen Schaden zu befürchten. Er darf also das Menü, wie besprochen, berechnen.

Anders sieht es aus bei vagen Reservierungen, entschied jüngst das Amtsgericht Siegburg. Wenn Gäste gegen Abend einen Tisch reservieren, dann aber kurzfristig verhindert sind, dann darf der Wirt nicht einfach eine bestimmte Summe in Rechnung stellen. Schließlich hat er ja nicht wissen können, für welche Speisen und Getränke sich die Gäste entschieden hätten. Deshalb veranschlagen einige Wirte in diesen Fällen festgelegte Pauschalen für ausgefallene Reservierungen und nehmen diese nur noch schriftlich unter Angabe der Adressdaten an.

Dann entscheiden die Gäste selbst, ob sie diese Art des Vorvertrags eingehen möchten oder nicht. Allerdings muss auch der Wirt in diesem Fall abwägen, ob ein solches Verhalten bei einigen Gästen (in spe) nicht eher abschreckend wirkt.

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