Offboarding: So gelingt der Mitarbeiter-Austritt reibungslos

Speziell in der Gastronomie herrscht eine hohe Fluktuationsrate. Nur wenige Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen jahrlang treu, viele wechseln die Sparten, die Arbeitgeber und die Aufgabenfelder. Mit jedem Wechsel, egal von welcher Seite die Kündigung ausgesprochen wird, gilt es eine Vielzahl von so genannten Offboarding-Prozessen zu durchlaufen. Wie das am besten klappt, dazu jetzt mehr.

Nach Ausspruch einer Kündigung kommen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine ganze Menge neuer Aufgaben zu. Wichtig ist, alle Aufgaben zu erfüllen, um so einen reibungslosen Ablauf des Arbeitsplatzwechsels zu gewährleisten. Der gesamte Prozess wird Offboarding genannt. Dabei ist es eigentlich egal, ob der Arbeitgeber kündigt oder der Arbeitnehmer eine Kündigung ausspricht. Von diesem Zeitpunkt an bleiben im Gastgewerbe in der Regel vier Wochen Zeit, um alles abzuwickeln. So ist es zunächst wichtig, sich über alle Aufgabengebiete des Mitarbeiters einen Überblick zu verschaffen, damit ein Nachfolger gefunden werden und bis dahin die Aufgaben entsprechend umverteilt werden können. Dies muss natürlich unter Einhaltung des Datenschutzes geschehen. Auch der ehemalige Mitarbeiter muss sich daran halten und dem Arbeitgeber alle Geschäftsdaten aushändigen.

Viele Fragen bis zum Abschied

Außerdem muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter von den Versicherungen und Kassen abmelden. Am Wichtigsten ist die ELStAM-Datenbank (Bundeszentralamt für Steuern). Hier müssen Referenzdatum, Kündigungsdatum, Identifikationsnummer und Geburtsdatum des Mitarbeiters übermittelt werden, um diesen abzumelden. Danach erfolgt die Abmeldung bei der Sozialversicherung. Hierfür bleiben sechs Wochen Zeit. Desweiteren müssen alle finanziellen Angelegenheiten geregelt werden. Bis wann wird der Lohn gezahlt? Besaß der Arbeitnehmer eine Firmenkreditkarte? Bekommt er eine Abfindung? Muss er eventuell Ersatzleistungen erbringen, falls Arbeitsmaterial/Kleidung beschädigt wurde oder etwas verloren gegangen ist? Wie kann der Mitarbeiter nach der Kündigung für eventuelle Rückfragen noch kontaktiert werden?

Sind alle Fragen beantwortet, kommt der Tag des Abschieds. Dieser ist meist verbunden mit einer Danksagung, einer kleinen Abschiedsfeier und eines Vier-Augen-Gesprächs unter ehemaligem Mitarbeiter und Vorgesetztem. Hier lässt sich ein feedback für das Unternehmen sammeln darüber, was gut und schlecht gelaufen ist und wie sich der eigene Betrieb künftig noch besser einbringen und präsentieren kann. In diesem Sinne ist ein Offboarding-Prozess immer auch die Chance auf eine Neupositionierung auf dem Markt.

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