Nachfrage nach barrierefreien Hotels steigt

Barrierefreie Hotels werden immer beliebter. So verreisen Menschen mit Behinderung immer häufiger, sind mobiler und unternehmungslustiger. Aufgrund einer Studie wird davon ausgegangen, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Aktivität im Alter von 15 bis 64 Jahren sowie Senioren innerhalb der EU bis zum Jahr 2020 862 Millionen Tages- und Mehrtages-Trips pro Jahr unternehmen. Damit verreisen Menschen mit Behinderung bis 2020 um neun Prozent mehr.

Marktpotenzial für behindertengerechte Hotels vorhanden

Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die Zahl der Schwerbehinderten in Deutschland seit Jahren kontinuierlich ansteigt. 2017 waren es 7,8 Millionen Menschen, die zu dieser Gruppe zählten. Das sind 1,3 Millionen Menschen mehr als im Jahr 1995. Daher sind behindertengerechte Hotels ein interessantes Angebot für die wachsende Zielgruppe. Vier Millionen Schwerbehinderte sind derzeit 65 Jahre alt oder älter, rund 1,5 Millionen sind im Alter zwischen 55 und 65 Jahren und fast eine Millionen Menschen sind 45 bis 55 Jahre alt.
Die bevölkerungsrepräsentative Scandic-Befragung „Hoteltrends 2018“ zeigt, dass für 42 Prozent der Deutschen eine behindertengerechte Ausstattung ein wichtiges Kriterium ist, wenn es um die Wahl eines Hotels geht. Für fünf Prozent ist dieses Kriterium sogar ausschlaggebend.

Hotelbranche muss auf Nachfrage reagieren

Michel Schutzbach, Head of Europe Scandic Hotels, rät den Hotels dringend dazu, auf die steigende Nachfrage zu reagieren und barrierefreier zu werden. Dafür seien Investitionen in bauliche Maßnahmen wie stufenfreie Unterkünfte, extrabreite Flure, breite Türen und niedrige Waschbecken nötig. „Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Mitarbeiter speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen zu sensibilisieren“, so Schutzbach. Barrierefreiheit gehört mittlerweile zum Standard der Scandic Hotels. Ein 135-Punkte-Plan soll angeben, an welche Richtlinien sich alle neu gebauten und auch kürzlich renovierten Hotels der Kette halten müssen. Davon seien 90 Punkte verbindlich vorgeschrieben und werden bereits von allen Scandic Hotels erfüllt. Unter die Anforderungen fallen beispielweise die Haltegriffe an den Toiletten oder höhenverstellbare Betten.

Design für alle

 „Design für alle“ ist ein wichtiges Konzept bei der Entstehung barrierefreier Hotels. “Früher sahen behindertengerechte Hotelzimmer eher aus wie Krankenhauszimmer”, so Schutzbach. Bei Scandic dagegen seien alle Zimmer gleich gestaltet. So seien die cleveren Lösungen, die sich das Hotel für seine Gäste mit Handicap überlegt habe, kaum zu sehen. „Außer für diejenigen, die sie brauchen, wie vibrierende Wecker oder integrierte Hörgerätverstärker für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen.“ Ein Director Accessibility, also ein Zuständiger für Barrierefreiheit, hat bisher nur die Hotel Marke Scandic. Magnus Berglund sorgt für die ständige Weiterentwicklung der Hotelkette und die entsprechende Schulung der Mitarbeiter in allen Bereichen.

Scandic ist für sein Engagement bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

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