Mangelhafter Arbeitsschutz im Gastgewerbe

Kaum ein anderes Gewerbe ist so starker Belastung ausgesetzt wie das Gastgewerbe. Die Mitarbeiter leiden häufig unter körperlichen und auch psychischen Beschwerden, da es meist keinerlei Gegenmaßnahmen seitens des Gastronomiebetriebes gibt.

Beschäftigte der Gastronomie gehen davon aus, dass sie dieser Tätigkeit maximal bis zum 50. Lebensjahr nachgehen können. Grund ist die enorme körperliche und auch psychische Belastung, der die Mitarbeiter täglich ausgesetzt sind.

Kaum Gegenmaßnahmen durch die Arbeitgeber

Mitarbeiter der Gastronomie müssen täglich enormer körperlicher Belastung standhalten. Hinzu kommt die psychische Belastung, die aus dem ständigen Druck entsteht, allen Gästen und dem Chef gleichzeitig gerecht zu werden. Dauerhaftes Laufen und Stehen macht sich durch körperliche Beschwerden bemerkbar, sodass die meisten der Beschäftigten davon ausgehen, dass sie diese Tätigkeit nicht bis zum Rentenalter ausüben können.

Kaum ein Arbeitgeber kümmert sich um entsprechende Alternativlösungen. Dies mussten die Wissenschaftler um Wolfgang Hien, Leiter des Bremer Forschungsbüros für Arbeit, Gesundheit und Biografie während seiner Untersuchungen zum Thema feststellen. Oft scheitert es daran, dass gesetzliche Fördermöglichkeiten gar nicht bekannt sind.

Körperliche Beschwerden durch anstrengende Gastronomie-Tätigkeit

Zu den meisten körperlichen Beschwerden zählen Rücken-, Schulter- und Knieerkrankungen. Diese entstehen durch das ständige Heben schwerer Tabletts, Getränkekisten und Warenlieferungen, sowie durch das Laufen und Stehen während der gesamten Arbeitszeit. Viele Beschäftigte arbeiten unter Schmerzen und versuchen, sich selbst irgendwie zu therapieren. Oft wird zu Medikamenten gegriffen, um der Belastung am Arbeitsplatz standzuhalten.

Wolfgang Hien fordert ein rigoroses Umdenken in der gesamten Branche, aber auch im Gesundheitswesen. Es müsse ausreichend über Präventivmaßnahmen informiert und neue Möglichkeiten geschaffen werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Beschäftigten der Branche zu den schlechtbezahltesten Arbeitnehmern gehören. Auch darin liegt ein Grund, weshalb diese häufig zu Lasten der eigenen Gesundheit auch bei starken körperlichen Beschwerden zur Arbeit gehen.

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