Lieferservice mit Metallboxen: Die Zukunft aus Indien?

Rund 37 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder Deutsche pro Jahr. Wissenschaftler haben berechnet, dass auf diese Weise bis zum Jahr 2050 dreimal mehr Plastikmüll in den Meeren schwimmt als Fische. Eine Katastrophe für die Umwelt und deswegen gibt es jetzt clevere Lösungsansätze, um den Plastikmüll zu reduzieren. Ein großer Sektor ist der Lieferservice.

Im Frankfurter Restaurant Sushi Sensei gibt es das lieferbare Essen jetzt in handlichen Metallboxen. Das System dazu hat sich der Betreiber aus Indien abgeschaut. Hier ist es seit Jahrzehnten gang und gäbe, dass die Inder ihr Mittagessen in Metallboxen geliefert bekommen. Das System dahinter nennt sich Dabbawala. Indische Frauen kochen ihren Männern das Essen zuhause vor, füllen es in die Behälter um und beschriften sie entsprechend. Ein Lieferdienst holt die Boxen dann ab und liefert sie pünktlich an Ort und Stelle wieder aus. Die leeren Boxen gehen dann zurück in die Familien und werden dort gereinigt, um wiederverwendet werden zu können.

Sushi aus der Metalldose ist der Renner

Genauso soll es nun auch mit dem Sushi funktionieren. Das kommt in unterschiedlich großen Boxen direkt vor die Haustüre. Für die Boxen muss der Kunde ein Pfand in Höhe von 15 Euro hinterlegen. Sobald er sein nächstes Essen geliefert bekommt, kann er die Boxen wieder abgeben  und erhält sein Pfand zurück. Alternativ können Kunden die Boxen auch direkt im Restaurant zurückgeben. Wer sich dafür entscheidet, auf umweltgerechte Verpackungen umzusteigen der erhält außerdem einen Rabatt auf seine Essensbestellung in Höhe von 15 Prozent. Das Pilotprojekt läuft seit zwei Monaten erfolgreich, denn schon jetzt ist jede dritte Bestellung eine umweltgerechte. Tendenz steigend. Auch neue Kunden lassen sich so gut finden, die vorher durch den ganzen Plastikmüll verschreckt waren.

Und das Restaurant ist längst nicht die einzige Anlaufstelle für umweltgerechte Verpackungen in Frankfurt. Es gibt inzwischen auch einen Supermarkt, der Lebensmittel ohne Plastikverpackungen anbietet. In einem nahen Kiosk kann man sich den Kaffee einfach in die eigene Tasse füllen lassen und erste Verpackungen aus Gras sind auch schon in der Imbissbude angekommen. Es geht also vorwärts mit dem plastikfreien Verpacken von Lebensmitteln, egal ob im Lieferservice oder direkt vor Ort.

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