Kritik an der Privatvermietung während der Buchmesse

Sie ist für viele Leseratten das literarische Highlight des Jahres: die Frankfurter Buchmesse. Doch so groß die Vorfreude auf die Anfang Oktober stattfindende Ausstellung auch ist, der Besuch in der Hessenmetropole bringt auch Probleme mit sich. Denn besonders das Hotelzimmer will frühzeitig gebucht sein. Spontane Zimmerreservierungen sind kaum möglich. Deshalb verwies die Internetseite bereits auf private Anbieter, was für die ansässige Hotellerie nicht unbedingt vorteilhaft war. Außerdem betrachten Kritiker die privaten Anbieter eher kritisch.

Je näher das zweite Oktoberwochenende rückt, desto unermesslicher wird die Vorfreude bei Lesejunkies auf die Frankfurter Buchmesse. Das ist allerdings nur bei denjenigen so, die sich frühzeitig um eine Unterkunft gekümmert haben. Denn rund eine Woche vor Beginn der Messe findet sich kaum noch ein Zimmer in der Bankenmetropole, so dass der Veranstalter bereits auf Privatunterkünfte, vorwiegend in der Region verweist.

Mit ihrem Partner Airbnb möchte die Buchmesse nun weitere Besucher unterbringen. Das allerdings privat und nicht in Hotels. Von der Homepage gelangt man direkt auf eine Auswahl von über hundert Übernachtungsmöglichkeiten, die zur Veranstaltungszeit noch buchbar sind. Allerdings ist nicht jeder mit dieser Entwicklung einverstanden. Denn der Deutsche Hotel und Gaststättenverband Hessen sieht diese Zusammenarbeit sehr kritisch. Besonders die Hygiene- und Sicherheitsstandards sind Stein des Anstoßes, da diese in Privatunterkünften nicht immer eingehalten werden. Auch Fluchtwege oder Feuerlöscher seien, wie in Hotel unbedingt notwendig, nur unzureichend vorhanden.

Des Weiteren fehlen Eduard Singer, dem Vorsitzenden des DEHOGA, Richtlinien zu Verbraucherschutz und Gästesicherheit. Natürlich ist die Privatvermietung eine willkommene Alternative zu teuren Hotel, allerdings ist das Angebot in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Durch die fehlenden Standards geht dieses vergrößerte Angebot mit einer nicht hinnehmbaren Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten der Hotelbesitzer einher. In diesem Punkt rückt Singer erneut die Sicherheit sowie die Gesundheit der Gäste in den Fokus. Aber auch die damit verbundenen Arbeitsplätze dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Einerseits fehlen Wohnungen und Fachkräfte und andererseits darf jeder privat seine Wohnung zur Vermietung anbieten und wird als professioneller Kooperationspartner dafür auch noch belohnt.

In diesem Punkt appelliert der Vorsitzende an die Organisatoren der Buchmesse als bestehender Partner des lokalen Hotelfachs. Auch müssten die Städte prüfen, ob diese Kooperation mit privaten Anbietern rechtlich einwandfrei sei. Denn nichts gehe über fairen Wettbewerb mit den gleichen Voraussetzungen für alle Mitstreiter. Nur über Kommunikation lasse sich dieses Missverständnis lösen. So ist der Schritt in die Privatvermietung in den Augen Singers definitiv einer in die falsche Richtung.

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