Keimbekämpfung: gefaltete Servietten sind Keimschleudern

Wegen der günstigen Temperaturbedingungen für Keime muss die Gastronomie in der warmen Jahreszeit besonderes Augenmerk auf die Hygiene richten. Schon beim Serviettenfalten ist Vorsicht geboten, und der Umgang mit Geschirr, Besteck und Textilien im Hotellerie- und Gaststättenbereich erfordert besondere Sorgfalt.

Der Sommer ist eine Jahreszeit, die für die Gastronomie und Hotellerie eine besondere Herausforderung darstellt. Nicht nur allein deshalb, weil die Menschen in die Biergärten streben und der entsprechende Service vorgehalten werden muss. Durch die hohen Temperaturen können sich Krankheitserreger explosionsartig vermehren und für fatale Folgen sorgen. Die Infektionsgefahr mit Keimen ist im Sommer besonders groß. Verantwortungsvolle Restaurant- und Hotelfachleute sollten deshalb ihr Personal entsprechend schulen, um größtmögliche Hygiene für die Gäste und Mitarbeiter zu gewährleisten.

Keine klaren Hygiene-Vorschriften für den Umgang mit Textilien
Zwar gibt es für Küchen, Schwimmbäder und sogar für Wellness-Einrichtungen vom Gesetzgeber geregelte Hygienevorschriften, aber sie berühren beispielsweise nicht den Umgang mit Textilien. Laut Manfred Berger, Verfasser des Ratgebers „Hysterie Hygiene“, ist nicht klar geregelt, wie die Zimmerreinigung in einem Hotel vorgenommen werden muss, um eine Verbreitung von Keimen zu vermeiden. Berger weist auf die Globalisierung hin, die seiner Ansicht nach zur Verschärfung der Problematik führt. Er gibt zu bedenken, dass durchschnittlich 70 verschiedene Menschen pro Jahr in einem Hotelbett schlafen, die auch wiederum Träger von Keimen, Viren und Pilzen sind. Insofern muss es schon im ureigensten Interesse des Personals liegen, Hygienemaßnahmen umzusetzen. Wer sorgfältig und verantwortungsvoll vorbeugt, schützt sich auch selbst vor einer Infektion.

Stoffservietten können Keimschleudern sein
„Servietten-Origami“, ein Ausdruck Bergers für das Falten von Stoffservietten, birgt seiner Aussage nach eklatantere Gefahren. Zwar würden Stoffservietten bei hohen Temperaturen gewaschen und durchliefen die Heißmangel – eigentlich eine perfekte Desinfektion sei. Jedoch würden sie durch das Servicepersonal beim Falten frisch mit Keimen kontaminiert. Keime lauern überall. Die Hautflora eines jeden Menschen besteht aus Keimen, die sich vorübergehend auf der Haut ansiedeln. Darunter können sich auch Krankheitserreger befinden, die durch Waschen nur zum Teil entfernt werden. Ein korrekt angewendetes Händedesinfektionsmittel deaktiviert sie, kann sie sogar abtöten. Selbst wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände sorgfältig wäscht und mit einem Einmaltuch trocknet, lauern auf der Türklinke Keime, die beim Anfassen des Griffs übertragen werden. Insofern ist es ratsam, die Hände vor dem Kontakt mit Geschirr oder Textilien im Gastro-Bereich noch einmal mit einem Spezialmittel zu desinfizieren.

Ähnliche Beiträge

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.