Kampagne gegen den Überstundenberg in der Gastronomie

Mit der Kampagne „Fairdient“ soll auf die Missstände in Bezug auf die Überstundenpolitik im Gastgewerbe aufmerksam gemacht werden. Die Gewerkschaft NGG fordert ein Umdenken auch von Seiten des Dehoga.

Arbeitstage, die bis zu 10 Stunden lang sind, sind in der Gastronomie keine Seltenheit. Der Dehoga fordert jedoch noch mehr Flexibilität und eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Dagegen geht die Gewerkschaft NGG mit einer aktuellen Kampagne vor.

Groß angelegte Kampagne gegen Ausbeutung

„Fairdient“ soll eine massive Ausbeutung der Angestellten in der Gastronomie verhindern und unterbinden. Während der Dehoga mehr Flexibilität und eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes fordert, setzt die Gewerkschaft NGG ein Zeichen dagegen. Die aktuelle Kampagne „Fairdient“ soll Angestellte der Gastronomie davor bewahren, zukünftig keinen Feierabend mehr planen zu können und bis zu 13 Stunden arbeiten zu müssen.

Der Dehoga hat sich eindeutig dafür ausgesprochen, dass die Arbeitszeiten in der Gastronomie deutlich flexibler gestaltet werden müssten. Auch die reine Arbeitszeit sollte auf bis zu 13 Stunden verlängert werden. Dies hätte zur Folge, dass kein Arbeitnehmer der Branche seinen Feierabend planen könnte und unzählige Überstunden anhäufen würde. Hinzu kämen gesundheitliche Probleme, die durchaus auch längeren Arbeitsausfall bedeuten könnten.

Die Zahlen sprechen für sich. Allein im letzten Jahr wurden rund 2,15 Milliarden Arbeitsstunden zusätzlich geleistet. Davon wurden über eine Milliarden Überstunden nicht einmal bezahlt. In Hotellerie und Gastronomie werden etwa 45 Prozent aller geleisteten Überstunden nicht bezahlt. Es scheint eine selbstverständliche Ausbeutung zu existieren. Mit der Kampagne „Fairdient“ will die Gewerkschaft NGG die Beschäftigten unterstützen und aktive Aufklärung zu den Missständen der Branche betreiben.

Bildurheber: warongdech / 123RF Standard-Bild

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