Ist es Zeit für eine Revolution in der Gastronomie?

Personal ist knapp, die Arbeit anstrengend und mehr schlecht als recht bezahlt. Es ist an der Zeit umzudenken, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und wieder größeres Interesse für die Arbeit in der Branche zu schaffen.

Körperliche Anstrengung, psychischer Stress und schlechte Bezahlung sind die Hauptursachen für die um sich greifende Personalnot in der Gastronomie. Jetzt müssen die Grundbedingungen angepasst werden, um die Branche wieder zu stärken.

Interesse wecken durch attraktivere Konditionen

Um wieder mehr junge Leute von einer Zukunft in der Gastronomie zu überzeugen, müssen die Grundvoraussetzungen für die Ausbildung in der Branche dringend verändert werden.  Angefangen bei den täglichen Arbeitszeiten über die Art der Aufgabenverteilung bis hin zum Ausbildungsentgelt sollten die bisherigen Zustände dringend überdacht werden. Viele Auszubildende brechen ihre Lehre bereits im ersten Ausbildungsjahr ab. Nur wenige halten die Strapazen und die oft ungerechte Behandlung durch übergeordnetes Personal während der gesamten Ausbildungszeit durch.

Es scheint an der Zeit zu sein, eine kleine Revolution im Gastgewerbe zu starten. Arbeitnehmer müssen endlich damit beginnen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um ihre Mitarbeiter bestmöglich vor den Folgen der dauerhaften körperlichen und psychischen Belastung zu schützen.

Dehoga fordert 12-Stunden-Schichten

Schon seit längerer Zeit vertritt der Dehoga die Auffassung, dass längere Arbeitszeiten endlich legal werden sollten. Eine 12-Stunden-Schicht könnte damit schon bald alltäglich werden. Bisher ist diese übliche Praxis in der Branche, obwohl es nicht erlaubt ist. Der Hotel- und Gastroverband fordert die Legalisierung, um dem akuten Personalnotstand der Branche flexibler begegnen zu können. Die Überstunden sollten dann später abgebummelt werden dürfen. Wie jedoch dies praktisch umgesetzt werden soll, ist nicht klar. Da nur selten Ersatzpersonal zur Verfügung steht, könnte der Freizeitausgleich irgendwann verfallen.

Fakt ist, dass die Legalisierung noch längerer Arbeitszeiten den ohnehin hohen Stresslevel der Mitarbeiter nochmals deutlich anheben könnte. Dies hätte noch mehr körperliche und auch psychische Auswirkungen. Schon jetzt greifen viele Angestellte der Gastronomie zu Alkohol oder Aufputschmitteln, um der dauerhaften Belastung überhaupt gerecht zu werden.

Anstatt die zulässigen Arbeitszeiten einfach anzuheben, könnten die Beschäftigten gemeinsam nach neuen Wegen suchen. Eine Plattform für den Erfahrungsaustausch gibt es mit Gronda bereits. Mit Hilfe dieses Netzwerks könnten andere Wege gefunden werden, um eine kleine Revolution in der Branche einzuläuten.

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