Illegale Praktiken bei Buchungsplattformen in Deutschland?

Die großen Buchungsplattformen bescheren Hotels zahlreiche Gäste und den Gästen bestmögliche Konditionen. Leider geht dieser Service häufig zu Lasten der Hotels. Denn diese zahlen hohe Beträge, um in den gängigen Portalen an günstiger Stelle gelistet zu werden und werden von den Portalen unter Druck gesetzt.

Mit einem schlechteren Ranking werden bei booking.com die Hotels bestraft, die ihre Kontingente anderswo günstiger anbieten. In Österreich ist dies gegen das geltende Gesetz. Auch hierzulande horcht die Hotellerie auf und prüft den Sachverhalt.

Bestpreise – Fluch und Segen zugleich?

In den vergangenen Jahren haben die Buchungsplattformen im Internet einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Gäste buchen ihre Zimmer zu den beworbenen Bestpreisen online. Dies geschieht nicht selten zu Lasten der Hotelbetriebe. Denn diese müssen hohe Beträge an die Portale entrichten, um mit ihren Angeboten überhaupt vertreten zu sein.

Damit das Portal booking.com Bestpreise anbieten kann, greift es zu drastischen Mitteln, die zumindest in Österreich nicht gesetzeskonform sind. Sind die Zimmer eines Hotels auf einer anderen Plattform günstiger gelistet als bei booking.com, wird der Betreiber im Ranking zurückgestuft. Seine freien Kapazitäten werden dann über booking.basics vertrieben. Das bedeutet, dass diese den Gästen zu den Konditionen für Reiseveranstalter angeboten werden, um den Bestpreis offerieren zu können. Für die Gäste ist dies mit einem erhöhten Risiko verbunden. Ist das Zimmer erst einmal gebucht, gibt es keine Möglichkeit mehr, davon zurückzutreten. Dabei spielt es auch keine Rolle, was passieren könnte.

Deutsche Hotellerie untersucht Geschäftspraktiken der Portale

In Österreich ist es verboten, von den Hoteliers Bestpreise zu verlangen, gleichzeitig aber Höchstpreise bei den Vermittlungsgebühren zu fordern. Ob dies hierzulande ebenfalls unterbunden werden kann, bleibt abzuwarten. In Österreich wird aktuell an der Verschärfung der entsprechenden Gesetze gearbeitet. Für die deutsche Hotellerie wäre dies ebenfalls wünschenswert.

Bildurheber: chagin / 123RF Standard-Bild

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