Hotellerie zieht Bilanz: Probleme trotz Wachstum

Zimmerpreise, Auslastung und Bilanz in der Hotellerie stimmen, trotzdem lauern in der Zukunft viele Schwierigkeiten auf die Hotelbranche. Zumindest erwarten das viele Experten. Doch wie ernst sind die Sorgen zu nehmen?

Zunächst die guten Nachrichten. Der Umsatz in der Hotellerie wächst. Im Jahr 2016 sogar um 4,1 Prozent. Das macht in Euro 25,9 Milliarden aus. Neben den großen Ketten durften sich da auch kleine, familiär geführte Häuser ein Stück vom Kuchen abschneiden. Immerhin lag die Auslastung der Zimmerbuchungen bei soliden 71 Prozent. Damit erreichte die Branche ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das, obwohl die Zimmerpreise steigen. Ein Zimmer ohne Frühstück kostet in Deutschland 93 Euro, im europaweiten Schnitt sogar 94 Euro. Davor waren es 3,5 Prozent weniger.

Steigende Preise scheinen der Reiselust der Urlauber aber nichts anhaben zu können. 279,6 Millionen Übernachtungen haben sie im Jahr 2016 in Deutschland gebucht. Doch nicht nur Deutsche machen noch immer gerne in Deutschland Urlaub. Von den knapp 280 Millionen Buchungen gingen immerhin 23,6 Prozent auf das Konto ausländischer Urlauber. In der Branche spricht man zu Recht von einem regelrechten „Boom“. Während Länder wie die Türkei oder Griechenland unter sinkendem Umsatz leiden, bleiben die Zahlen in Deutschland auf dem Hoch.

Es droht starke Konkurrenz

Trotzdem beobachten Experten wie der Hotelverband IHA diese Entwicklung mit Sorgenfalten auf der Stirn. Die Urlauber erwarten immer mehr Leistung. Die kostet. Und das wiederum senkt den Gewinn, denn alle Ausgaben lassen sich nicht auf die Zimmerpreise umbuchen. Schließlich ist die Konkurrenz groß. Und im Wettbewerb kann man sich längst nicht alle Zimmerpreise leisten. Schon gar nicht, wenn immer mehr Urlauber zuvor eine Vergleichsplattform im Internet nutzen, um das günstigste Zimmer zu erhaschen.

Hinzu kommt Gegenwind aus einer ganz anderen Ecke. Den privaten Unterkünften, wie man sie über große Bookingportale wie AirBnb mieten kann. Diese stellen wachsende Kapazitäten zur Verfügung, günstige Unterkünfte für Selbstversorger, einfach konkurrenzloser als dies im Hotelsektor möglich ist. Dazu kommt noch der Steuervorteil für private Vermieter der wiederum auch dem Gast zu Gute kommt. Kein Wunder, dass vor allem hier die Nachfrage steigt. Eine echte Konkurrenz für die Hotellerie und deshalb Grund genug, die Politik zu bemühen, um zumindest die Steuerbelastung gerechter zu verteilen und den Wettbewerbsvorteil nicht Überhand nehmen zu lassen. Ob das gelingt und wie sich die Zukunft der Hotelbranche unter den schlechten Vorzeichen weiter entwickelt, das werden erst die kommenden Jahre zeigen.

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