Gibt es bald keine knusprigen Pommes mehr?

Im Eilverfahren führt die EU-Kommission eine neue Acrylamidverordnung ein. Betroffen davon sind dann alle Gastgewerbe. Die müssen künftig noch mehr Richtlinien einhalten, sowie Verfahren dokumentieren, analysieren und Proben nehmen lassen. Ein Aufwand, der Gastwirte vor neue Herausforderungen stellen dürfte.

In keinem anderen Bereich gibt es so viele Verordnungen und Vorschriften wie im Gastgewerbe. Der Umgang mit Gästen und Lebensmitteln führt nicht nur zu regelmäßigen Kontrollen und einem breiten Regelkatalog, es kommen auch immer wieder neue Verordnungen dazu, wie jetzt die viel diskutierte Acrylamidverordnung. Verabschiedet wurde die vom „Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel – Sektion Neuartige Lebensmittel und toxikologische Sicherheit der Lebensmittelkette“.

Neue Verordnung erhöht bürokratischen Aufwand für Gastronomen

Die Verordnung beinhaltet neue Verfahren zur Analyse und Dokumentation für das Gaststättengewerbe. Ein Aufwand, den der DEHOGA „Hotel- und Gaststättenverband“ vehement ablehnt. „Unverhältnismäßig“, lautet das Urteil zum Katalog. Statt einen neuen, enormen Verwaltungsaufwand zu betreiben mache es mehr Sinn, die Wirte und Betreiber vor den Gefahren von Acrylamid zu warnen, gibt Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA, zu bedenken.

Ob labbrige Pommes beim Gast ankommen darf bezweifelt werden

Acrylamid soll gesundheitsschädigend wirken, wenn es starker Hitze ausgesetzt ist. Es entsteht in Getreide- und Kartoffelerzeugnissen und steht im Verdacht, Krebs auszulösen. Deshalb sieht das neue Regelwerk vor, betroffene Speisen keiner starken Hitze mehr auszusetzen, um das Gesundheitsrisiko für den Gast zu senken. Betroffen davon wären vor allem die knusprig gebräunten Pommes, des Gastes liebste Beilage zu allerlei Gerichten. Die dürften dann nicht mehr knusprig sein, sondern würden eher weich am Tisch serviert. Eine fragwürdige Vorgehensweise, zumal nicht eindeutig nachgewiesen ist, ob und in wieweit sich Acrylamid wirklich schädlich auswirkt.

Allein schon deshalb dürfe es keine ausufernden neuen Regelkataloge geben, betont Zöllick. Und er steht mit seiner Meinung nicht allein da. Andere Interessenverbände sprechen sich ebenfalls gegen den Katalog aus. Schon jetzt ächzt das Gewerbe unter der Last der Vorschriften. Besser sei es, die Gäste grundsätzlich für solche Themen zu sensibilisieren, zum Beispiel durch Aufklärungsvideos.

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