Smartphone & Co.: Steriles Gast-Erlebnis

Gastronomie: Technik-Inflation konterkariert Gast-Erlebnis

Es gibt Sie noch, die guten alten Restaurants. Dort wo die Technik sich noch hinter dem Tresen abspielt und nicht dem Gast aufoktroyiert wird. Denn mit dem Einzug der schier alles könnenden Kommunikations-Technologie wird dem Gast vieles abverlangt, was dem optimalen Gast-Erlebnis mit Wohlfühl-Ambiente, Full-Service und Beratung vielleicht sogar entgegen steht?! Ein Gedankenspiel.

“Sie finden unser Restaurant über Google Places und erreichen uns bequem per eMail. Getränke und Speisen recherchieren Sie bitte über unseren elektronischen Speisekarten-Assistenten. Bestellungen geben Sie einfach per Smartphone auf.” Ach ja – und die Toilettentür öffnet sich per Spracheingabe. Irgendwie hat man das Gefühl, dass unsere sich zunehmend elektronisierende Welt auch etwas Surreales hat. Viele Tätigkeiten, die heute per Tablet-PC oder Smart Phone durchgeführt werden, haben eher etwas kurzfristig Humoristisches an sich, als dass sie wirklichen Nutzen zu stiften.

Wir nehmen uns als Objektmöbel-Journal gar nicht aus und scheinen diesen Trend zu befördern. Es geht bei uns redaktionell um Objektmöbel und allgemein Funktionelles in Hotellerie und Gastronomie. Gadgets und smarte Helferlein, die das optimale Gast-Erlebnis garantieren oder weiter verfeinern sollen. Und gerade hier ist es an der Zeit nachzudenken. Was interessiert den Gast im ausklingenden Jahr 2013 wirklich? Auch wenn dies nicht pauschal zu beantworten ist: wir glauben, dass es im Gros nicht die Explosion der Automatisierung ist. Diese dient eher dem Gastronomen, der “Prozesse skalieren” möchte. Dem Gast geht es vielmehr um ein Erlebnis, eine Möglichkeit abzuschalten und sich einmal nicht kümmern zu müssen – und sei es nur um komplexe Smart Phone Funktionen. Vielmehr dient der Restaurant-Besuch der zwischenmenschlichen Kommunikation mit Freunden oder auch dem freundlichen Service-Personal. Dem mentalen Abschalten und dem temporären Abtauchen aus der Alltagshektik. Damit bringt das “Essen gehen” ein Stückchen Lebensqualität. Und dies, so unser Eindruck, hat vor allem zu tun mit Service-Qualität und “Nicht-Denken.müssen”.

Ähnlich sieht dies auch AGHZ-Redakteurin Raphaela Kwidzinski, die uns zu diesem Beitrag inspiriert hat. In Ihrem aktuellen Beitrag bezeichnet sie die Technisierung in der Gastronomie nämlich als nicht im Sinne des eigentlichen Ziels: ein optimales Gast-Erlebnis zu erzielen. Hier geht es zu Ihrem Text (in voller Länge nur für Registrierte)

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