Freie Mitarbeiter in der Gastronomie: Vorsicht vor Fallstricken!

Freie Mitarbeiter sind in der Gastro-Branche nahezu unerlässlich und deshalb bei Arbeitgebern äußerst beliebt. Sie sind günstig, flexibel einsetzbar und deshalb große Stützen in vielen Betrieben. Doch Vorsicht, denn die Grenze zur Scheinselbstständigkeit ist dünn und schnell drohen saftige Steuernachzahlungen.

Die Vorteile von freien Mitarbeitern liegen klar auf der Hand: Sie bekommen ein Gehalt ausgezahlt, müssen davon aber selbst ihre Versicherungsbeiträge und Steuern bezahlen. Das macht es natürlich für den Arbeitgeber günstig und deshalb greift er gerne mal auf selbstständige Mitarbeiter zurück. Neben den Steuereinsparungen gibt es sogar noch weitere Vorteile. So genießt der freie Mitarbeiter keinen Kündigungsschutz, außerdem steht ihm kein Urlaubsgeld zu und auch keine Lohnfortzahlung im Falle einer Krankheit. Eine runde Sache also für Arbeitgeber und deshalb gibt es in der Gastronomie zahlreiche Stellen, die ausschließlich von freien Mitarbeitern besetzt sind. Und trotz all der Vorteile droht hier eine fast unsichtbare Gefahr, nämlich die der Scheinselbstständigkeit. Achtet der Arbeitgeber nicht streng genug darauf, das Aufgabenfeld und den Arbeitseinsatz des freien Mitarbeiters von den übrigen Angestellten zu trennen, droht im schlimmsten Fall ein Gerichtsverfahren. So klagen mehr und mehr freie Mitarbeiter nämlich dafür, gleichgestellt zu sein wie Angestellte und deshalb eben in den Betrieb übernommen zu werden. Im schlechtesten Fall müssen dann Arbeitgeber Steuern nachzahlen und vernünftige Mitarbeiterverträge schließen.

Absprachen sorgen für Ordnung

Hilfreich kann es sein darauf zu achten, dass der Mitarbeiter nicht in starren Dienstplänen eingeteilt wird. Er darf und soll sich seine Arbeitszeit besser selbst einteilen. Auch ein fester Monatslohn weist auf eine Scheinselbstständigkeit hin. Besser ist es, Pauschalbeträge für den Arbeitseinsatz zu zahlen. Wichtig ist ebenfalls darauf zu achten, dass der Mitarbeiter keinen Krankenschein einreichen muss, ebenso wenig wie einen Urlaubsantrag. Wenn hier klare Absprachen zwischen beiden Seiten bestehen, lässt sich aber auch das regeln und der Arbeitgeber darf sich über einen motivierten selbstständigen Mitarbeiter freuen.

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