Farbgestaltung in Hotels vom Experten

Professor Alex Venn hat eingehende Forschung über die Wirkung von Farben auf den Menschen betrieben. Dem entsprechend gibt er Rat zur Farbgestaltung in Hotels. Vor allem warme Farben sind laut dem Designer vorteilhaft, weil sie ein Heimat- und Gemütlichkeitsgefühl bewirken. Er weißt auch darauf hin, dass Farbthemen nicht zu einseitig werden dürfen, und dass kulturelle Unterschiede in der Hotelgestaltung ebenfalls eine Rolle spielen müssen.

Der allgemeine Einrichtungstrend geht zum Minimalismus. Moderne Einrichtungen legen viel Wert auf Purismus. Farbkünstler Alex Venn steht dagegen. Er hält nicht viel von Schwarz-Weiß, sondern plädiert für Farbigkeit als Bereicherung der Sinne. Der Gestalter sieht es als seine Aufgabe, Farbe in Gestaltung zu verwandeln, in Design.

Alex Venns Liebe zu Farben und Lichtwellen, zu deren Spektren, sitzt tief. Sein Buch „Farben des Hotels“ soll deshalb Hoteliers und Objekteinrichter ermutigen, experimentierfreudiger zu werden. Das Buch beschäftigt sich zudem eingehend mit der Wirkung von Farben auf den Menschen. Es bezieht ethnische und kulturelle Sichtweisen in seine Betrachtungen mit ein, weist auf emotionale und neurowissenschaftliche Komponenten der Farben hin. Gerade die unterbewussten Implikationen von Farben müssen laut dem Forscher beachtet werden.

Die große Herausforderung am Hotel-Einrichten sieht Venn darin, dass eine sehr breite Palette an unterschiedlichen Geschmäckern und Vorlieben zufrieden gestellt werden muss. Außerdem muss der individuelle Hotelstil, dessen Identität, wiedergegeben werden. Wichtig bei der Farbwahl, vor allem wenn man ein interkulturell genutztes Haus betreibt, ist es die kulturellen Unterschiede zu kennen, was Farbwahrnehmung angeht. Viele Farben werden hier mit ganz anderen Assotiationen verknüpft als in anderen Ländern. So ist ja zum Beispiel hier braun die Farbe der Erde, in Ägypten ist es aber gelb-gold und in Australien rot.

Alex Venns Einrichtung basiert für jeden Raum auf einem anderen Ton. Rot-, Lila- und Brauntöne, ergab seine Forschung, werden am stärksten mit Gemütlichkeit und Wohlfühlen verbunden. Deshalb verwendet Venn bevorzugt sanfte, warme Töne, die mit zarten Schichten überzogen werden. Für Wohlfühl-Zonen wie Entspannungsräume, Sitzecken und Schlafzimmer sind warme Farben besonders wichtig, erklärt der Designer. Der Gast solle sich wie Zuhause fühlen, weil das Hotel gewissermaßen ja eine temporäre Heimat sei. Dabei solle aber auf die örtlich gegebene Landschaft und Architektur Bezug genommen werden.

Im Bezug auf Hoteleinrichtung generell bemängelt er, dass oft nur ein Farbthema pro Raum genutzt wird. Es seien jeweils zwei Sehachsen, eine Anregende und eine Ruhige, für einen Raum nötig. Jeder Mensch habe eher ruhige und eher aktive Seiten, beide müssten angesprochen werden.

Darüber hinaus werden Boden und Decke eines Raumes bei der Interieur-Gestaltung eines Hotels laut dem Experten oft vernachlässigt. Er arbeitet meist mit Weiß für die Decke, um eine optische Begrenzung zu vermeiden, während er am Boden dunkle, erdige Töne wählt, die Sicherheit geben.

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