Erhöhung des Mindestlohns trotz Krise?

Laut Berichten des “Handelsblatts” fordert der DEHOGA-Verband, die Erhöhung des Mindestlohns für das kommende Jahr auszusetzen. Dadurch hofft der Verband, die durch die Corona-Krise stark gebeutelte Gastronomie zu unterstützen. Eine Idee, die nicht überall Anklang findet.

Eine Nullrunde soll kommen und das gefällt längst nicht jedem. Auch nicht der Mindestlohnkommission denn die muss entscheiden, ob der Mindestlohn im nächsten Jahr angehoben wird oder nicht. Wirtschaftsexperten sehen in der Aussetzung der Erhöhung eine Verschnaufpause die dringend notwendig ist. Man wolle Arbeitsplätze retten, Restaurants und Kneipen vor einer Pleitewelle schützen und sie auf stabileren Beinen lassen. So zumindest die Idee. Dabei soll die geplante Nullrunde nicht nur der Gastro-Branche helfen, auch andere Bereiche sind davon betroffen. So sollen beispielsweise auch Beamte auf eine Lohnerhöhung verzichten. Das schützt die Wirtschaft und hilft langfristig dabei, Arbeitsplätze zu erhalten und Kurzarbeit keine Chance zu geben. So zumindest die Meinung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Erhöhung des Mindestlohns trotz Krise?

Doch es gibt starke Gegenstimmen die meinen, eine Nullrunde wäre genau der falsche Weg, die Wirtschaft zu schützen und Arbeitsplätze zu bewahren. Und die Stimmen kommen zum Beispiel von den Gewerkschaften. Die meinen, die Erhöhung des Mindestlohns stärkt die Kaufkraft und damit auch die Wirtschaft langfristig. Deshalb dürfe man keinesfalls darauf verzichten.

Bis Juni will die Mindestlohnkommission nun einen Vorschlag unterbreiten, wie sich eine Erhöhung bis Januar 2021 durchsetzen ließe. Zu Beginn diesen Jahres gab es bereits eine Erhöhung des Mindestlohns. Dieser stieg von 9,19 Euro auf immerhin 9,35 Euro die Stunde. Damit war der Vorschlag der Mindestlohnkommission angenommen worden. Ob das dieses Mal auch so sein wird und was das letztendlich für die Betriebe und die Wirtschaft in Deutschland bedeutet, das bleibt abzuwarten. Eingeführt wurde der Mindestlohn bereits im Jahr 2015. Damals lag er bei 8,50 Euro pro Stunde.

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