Eine seltene, aber tückische Gefahr: Botulismus

Selbstversorgung hat einen ganz neuen Stellenwert erreicht. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst dafür, selbst Obst und Gemüse anzubauen und es anschließend zu konservieren. Dabei kann es in seltenen Fällen zu Botulismus kommen.

Dass selbst konservierte Lebensmittel eine Gefahr bergen, wissen nur die wenigsten Menschen. Botulismus ist eine bakterielle Vergiftung, die bei eingekochten Nahrungsmitteln in seltenen Fällen auftreten kann.

Geringes Risiko nochmals minimieren

Die Zahl der Selbstversorger wächst und wächst. Immer mehr Menschen finden Gefallen daran, ihr eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Damit sie auch in den Wintermonaten gut versorgt sind, konservieren sie ihre Ernte auf unterschiedliche Weise. Dass dabei eine echte Gefahr entstehen kann, ist vielen gar nicht bewusst. Botulismus ist eine bakterielle Vergiftung, die schlimmstenfalls sogar tödlich enden kann. Hervorgerufen wird sie durch das Bakterium Clostridium botulinum. Vor allem proteinreiche Lebensmittel sind unter Luftverschluss gefährdet. Dann kann das Bakterium ein starkes Nervengift, das Botulinum-Toxin, produzieren, das sogar zum Tod führen kann.

Richtige Vorgehensweise ist lebensrettend

Wer selbst einkocht, sollte unbedingt darauf achten, dass die Nahrungsmittel mindestens fünf Minuten lang bei einer Temperatur von über 80 Grad Celsius erhitzt werden. Denn Hitze tötet die Neurotoxine zuverlässig ab. Die Gefahr von Botulismus wird von Experten als sehr gering eingestuft, lässt sich aber niemals zu 100 Prozent ausschließen.

Besondere Vorsicht ist beim Konservieren von eiweißhaltigen Nahrungsmitteln geboten. Hier sollte die Erhitzungsphase unbedingt eingehalten werden. Früchte, die zu Marmelade oder Kompott verarbeitet werden, sind nicht so gefährdet, wie Bohnen, Spargel oder Pilze.

Wer Gemüse fermentiert, reduziert das Risiko auf ein absolutes Minimum. Das liegt daran, dass die Milchsäure pathogene Keime zuverlässig zerstört. Um ganz sicher zu gehen, kann der pH-Wert mit einem Indikatorstreifen geprüft werden. Dieser sollte unter 4 liegen.

Doppelt hält besser

Sicheres Einkochen ist mit einigen Vorsichtsmaßnahmen auf einfache Weise möglich. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt ein doppeltes Erhitzen von Gemüse wie Bohnen und Spargel innerhalb von zwei Tagen. Beim ersten Mal sollte es auf 100 Grad Celsius erhitzt werden, um vermehrungsfähige Bakterien zu töten. Anschließend wird das Gemüse bei Zimmertemperatur bis zum nächsten Tag gelagert. Am zweiten Tag wird es nochmals auf 100 Grad erhitzt, damit auch die letzten Bakterien abgetötet werden können. Vor allem Schnellkochtöpfe eignen sich hervorragend zum Einkochen, da mit ihnen unter Druck höhere Temperaturen erreicht werden können.

Bildurheber: Koraysa

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