Die Tageskarte: 4 Pros & 4 Contras

Eine Tageskarte bringt frischen Wind in ein Restaurant, macht den Mitarbeitern Spaß, weil sie sich einbringen können, und bietet den Gästen Abwechslung. Andererseits bedeutet sie einen hohen organisatorischen Aufwand und wiederholte Neukalkulation der Essens- und Getränkepreise. Ob es sich lohnt, eine wechselnde Auswahl an Speisen anzubieten, muss jeder Gastronom individuell entscheiden, hier aber eine kleine Abwägung als Hilfestellung.

Eine Tageskarte hat fast jedes deutsche Restaurant. Der Gastronom sollte sich aber Gedanken machen, ob die wechselnde Speisenauswahl für sein Haus überhaupt Sinn macht – und wenn ja in welchem Umfang. Speisen, manchmal auch Getränke, die über die Standard-Auswahl an Angeboten eines Restaurants hinaus gehen, haben ganz bestimmte Vorzüge und Nachteile, die es zu bedenken gilt.

Variation und Vielfalt machen Mitarbeiter und Gäste glücklich

1) Der Küchenchef kann durch eine Liste wechselnder Gerichte besser saisonale Produkte anbieten. Sinn macht, wenn die Auswahl nicht zu oft gewechselt werden kann oder soll, auch eine Winter- und eine Sommerkarte.

2) Durch täglich oder wöchentlich wechselnde Gerichte bringt ein Gastronomiebetrieb Abwechslung in die Speisekarte. Gerade Gäste, die oft bei Ihnen essen, werden sich über die Abwechslung freuen. Tipp: Veröffentlichen Sie die Tageskarte auch auf den sozialen Medien oder Ihrer Website. So locken Sie jeden Tag neu die Gäste mit Ihren Ideen. Außerdem – etwas kreative Freiheit macht auch Ihren Köchen die Arbeit schmackhafter. Sie können sich einbringen, Rezepte entwickeln, mitdenken – Sie als Gastronom haben motiviertere Mitarbeiter und Ihre Köche fühlen sich selbstständiger, freier in ihrer Arbeit.

3) Über die Tageskarte kann die Beliebtheit von Speisen “getestet” werden. Schnell wird es Ihnen passieren, dass jemand fragt, wann es das nächste Mal diese “geniale Kürbissuppe von letzter Woche” gab.

4) Der Organisations- und Einkaufsaufwand ist nicht allzu groß, wenn Sie strategisch vorgehen. Ein Einkauf einer bestimmten Gemüsesorte kann die ganze Woche für neue  spannende Tagesgerichte sorgen. In diesem Kontext können Sie sogar bewusst darauf aufmerksam machen: Führen Sie doch zum Beispiel Themenphasen sein. “Spargel-Sommer”, “Pasta-Feiertage”, “Wildfleisch-Wochen” und Co sind oft ein Hit.

Unsichere Kalkulation und riskante Experimente

1) Eine täglich oder wöchentlich wechselnde Karte bedeutet Organisationsaufwand. Sowohl für die Planung der Gerichte durch die Köche, als auch den Einkauf, zumal eventuell nicht immer alle geplanten Zutaten dann verfügbar sind.

2) Die Kalkulation von neuen Gerichten ist schwierig. Mit Einkauf, Mengen, Preisgestaltung kann man sich gerne mal verschätzen. Und dann geht es finanziell ins Minus. Eine Maßnahme, die Können verlangt.

3) Ungetestete Speisen, nicht etabliert unter den Kunden, können, wenn sie nicht gut ankommen, negativ auf die gesamte Karte zurückfallen. Und selbst wenn das Rezept gut ist: Es bleibt fraglich, ob die Speisen ohne die gewohnte Kochroutine und unter Stress und Zeitdruck überhaupt gelingen.

4) Es ist nicht so einfach, wie man hoffen würde, neue Rezepte zu kreieren. Sind Ihre Angestellten keine ausgebildeten Köche, sondern beispielsweise jobbende Studenten, dann kann man sich nicht zwingend auf deren Kreations-Künste verlassen. Zumal die neuen Gerichte ja zum Konzept des Restaurants und der restlichen Speisekarte passen müssen. Ein, zwei Monate ist man da noch frisch und kreativ, aber die Ideen gehen oft zu schnell aus.

Ob eine Tageskarte für Ihren Betrieb wirklich Sinn macht, muss individuell entschieden werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass eine wechselnde Speisenliste bei kreativem Personal und mit guten Kalkulations-Talenten ein großes Plus für den Gast darstellt. Dieses Vorhaben sollte aber richtig angegangen werden, sonst kann der Plan schnell “nach hinten losgehen”.

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