Die Problematik von Mini-Jobs im Gastgewerbe

Mini-Jobs im Gastgewerbe sind für viele Menschen der Einstieg in die Armut. Sie müssen ihren Lohn durch Leistungen vom Amt aufstocken lassen. Höherer Mindestlohn ist keine Lösung.

Etwa ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts für die Bezuschussung von Mini-Jobbern ging 2017 an Mini-Jobber aus dem Gastgewerbe. Damit ist erwiesen, dass besonders diese Branche einer umfassenden Reform bedarf.

Knochenjob im Gastgewerbe

Wer in der Gastronomie arbeitet, muss sich häufig mit einem Mini-Job begnügen und mit 450 Euro monatlich nach Hause gehen. Dann bleibt nur noch der Gang zum Amt, um die dringend benötigte Aufstockung zu beantragen. Dieser kostet nicht selten eine enorme Überwindung, weil die Betroffenen sich selbst als Versager fühlen und sich schämen, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Vorteil für die Arbeitgeber

Warum es gerade im Gastgewerbe so viele Mini-Jobber gibt, liegt ganz klar auf der Hand. Die Arbeitgeber der Branche sparen damit Personalkosten, während die geringfügig Beschäftigten weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Für und Wider einer Anhebung der Lohngrenze für Mini-Jobber

Durch das Anheben des Mindestlohnes arbeiten Mini-Jobber immer weniger Stunden, da die Lohngrenze für den Mini-Job seit Jahren bei 450 Euro liegt. Zwar hat die Erhöhung des Mindestlohnes mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gebracht, aber eine Anhebung der Mini-Job-Lohngrenze könnte diesen positiven Trend schon bald wieder zunichtemachen. Dies zumindest befürchten einige Politiker.

Sie diskutieren derzeit über eine adäquate Lösung. Auch der DEHOGA-Präsident fordert ein schnelles Handeln. Er ist davon überzeugt, dass eine Anhebung der Lohngrenze für Mini-Jobber weiterhin positive Auswirkungen auf die Entwicklung im Gastgewerbe und in der Hotellerie hätte.

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