Die Marktmacht von Buchungsplattformen verschärft sich weiter

Eine Studie des europäischen Branchenverbands HOTREC bringt für die Hotellerie erstaunliche Ergebnisse hervor. Demnach nutzen immer mehr Reisende Online-Buchungsportale, anstatt selbst direkt zu buchen oder dafür ins Reisebüro zu gehen. Eine Entwicklung mit Folgen.

Bereits seit dem Jahr 2013 gewinnen Buchungsportale wie Expedia oder booking.com an Einfluss. Sehr zum Unmut der Hotelbranche. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Demnach hat der Anteil der Direktbuchungen europaweit um 10 Prozentpunkte abgenommen und liegt jetzt bei etwa 45,5 Prozent. Buchungen über führende Onlineportale hingegen konnten ordentlich zulegen und zwar von 19,7 Prozent in 2013 auf jetzt 29,9 Pozent. Das ist ein hoher Anstieg der eines sehr deutlich zeigt: Die Buchungsportale haben großen Einfluss auf die Tourismusindustrie. Dabei liegt neben Expedia und der Booking Holding Inc. noch die HRS Group ganz weit vorn. Gemeinsam stemmen die drei Riesen einen Markt von ziemlich exakt 92 Prozent.

Vorn dabei und trotzdem autonom

Die Gründe für die rasante Entwicklung liegen für Branchenkenner auf der Hand. Die Buchungssysteme sind nicht nur übersichtlich und für Neulinge leicht zu händeln. Die Portale locken zudem mit verführerrischen Angeboten und machen zeitgleich überall im Internet Werbung für ihre Dienste. Wer würde da nicht schwach werden? Das Problem an der Sache ist für die Branche inzwischen aber ein sehr Großes geworden. Die Hotels sind nämlich nicht mehr länger allein verantwortlich für die Preisgestaltung für Angebote wie Übernachtungen und Essen in ihrem Haus. Sie bekommen Preise für ihre Dienstleistungen sozusagen vordiktiert. Das führt zu einem enormen Ungleichgewicht auf dem Markt und nimmt Hotels ihre Autonomie. Schließlich muss man mithalten, der Konkurrenz Parolie bieten und ganz vorn dabei sein, um eine gute Auslastung über das Jahr hindurch zu erreichen. Aus diesem Grund soll nun eine neue Verordnung für mehr Gleichberechtigung sorgen. Diese ist seit dem 12. Juli diesen Jahres in Kraft und nennt sich Platform-to-Business Regulierung. Dadurch erhofft sich die Branche ein Aufatmen und eine Eindämmung der Marktdominanz der Buchungsportale. Ob es hilft, wird die Zukunft zeigen.

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