Der Weg vom Zuckerrohr zum Rum

Schon 500 Jahre v.Chr. gab es Zuckerrohr und dieses wurde nachweislich zur Ernährung der Bevölkerung in Asien und Südamerika verwendet. Seit ca. 1800 erfreut es sich nun auch in Europa als Genussmittel und zwar in Form von Rum.

97 Prozent des Rums, der in der Karibik produziert wird, stammt aus Zuckerrohr. Dafür verwenden die Produzenten die Melasse. Dabei handelt es sich um eine klebrig braune Masse, die in der Verarbeitung mit Wasser und Zuckerrohrhäckseln versetzt wird. Setzt die Gärung ein, folgt im weiteren Verlauf die Destillation. Fertig ist der Rum, günstig und gut! Soll es etwas edler zugehen, dann nutzten die Produzenten ein anderes Verfahren. Sie schneiden zunächst das Zuckerrohr und mahlen die einzelnen Stücke anschließend. Dadurch erhalten sie den süßen Saft. Die direkte Destillierung dieses Saftes wird als Rum Agricole bezeichnet. Und der erfreut sich einer großen Beliebtheit unter Kennern, die den feinen Geschmack lieben. Rum dieser Art stammt zumeist aus Guadeloupe, Martinique und französisch Guayana.

Wo ist der Zucker hin?

Nach der Erforschung der Welt brachten Schiffe unter Leitung Christopher Kolumbus auch das begehrte Zuckerrohr mit nach Europa. Dieses wächst heute überall dort, wo es warm genug ist, wie in Griechenland und Spanien. Lange Exporte sind also nicht mehr nötig. Möglich waren sie lange Zeit auch nicht, denn der französische Feldherr Napoleon verhängte im Jahr 1806 die sogenannte Kontinentalsperre. Damit war es den Menschen in der Karibik schlichtweg nicht mehr möglich, Zucker nach Europa zu exportieren. Eine andere Lösung musste her, deshalb schwenkte man kurzfristig auf die Produktion von Rum um. Ein großer Erfolg und die Rettung vor der Pleite! Bis heute ist dies so geblieben.

Bildurheber: bhofack2

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