Hotels ohne Kinder werden immer beliebter – trotz anfänglicher Entrüstung von vielen Seiten. Simpel gesehen handelt es sich einfach um ein weiteres Konzept neben Familienangeboten und Geschäftsreisen. Eine neue Rubrik, die aber vom ausführenden Hotelier richtig und sensibel angegangen werden muss, um keinen Imageschaden zu verursachen.
Wenn Kindern unterhalb eines gewissen Alters der Hotelbesuch verwehrt wird, stößt das meist auf empörte Gegenstimmen. Große Reiseportale trauen sich bisher kaum oder gar nicht, mit dem Attribut „Nur Erwachsene“ zu werben. Fakt ist aber: Die Zielgruppe der Erwachsenen, die Urlaub ohne Kindertrubel suchen, wächst stetig.
Eltern und Kinderlose gleichermaßen wollen eine Auszeit
Die Altersgrenze liegt meist bei circa zehn Jahren. Einem Alter also, ab dem sich die Kinder mehr „zügeln“ lassen, was Lautstärke angeht. Denn das ist das Hauptargument für die kinderfreien Etablissements: Ruhe. Am Pool, im Restaurant, auf der Veranda und im Garten ist es in Erwachsenenhotels still. Und das lockt die Gäste, die nach Erholung suchen, immer mehr.
„Kinderhass“ kann man den Urlaubern allerdings kaum vorwerfen, denn paradoxer Weise sind die meisten Erwachsenen, die kinderfreien Urlaub wünschen, selbst Eltern – satte siebzig Prozent. Von „Batterien aufladen“ ist die Rede, von „Auszeiten“ und „Raum für sich selbst“, eventuell mit dem Partner.
Das kinderfreie Hotel richtig erklärt
Der Beweggrund für Hoteliers Erwachsenenhotels zu betreiben liegt schlichtweg darin, die Erwartungshaltung seiner Zielgruppe zu erfüllen. Verspricht man seinen Gästen Erholung, möchte man dieses Versprechen einhalten.
Wichtig aber bei der Umsetzung: Die nachwuchsfreie Zone muss richtig beworben werden. Zum Einen muss Familien sofort klar werden, dass Kinder nicht unbedingt zur Zielgruppe gehören. Zum Anderen sollte das ungewohnte Thema möglichst positiv und mit nachvollziehbarer Begründung, als Unique Selling Point, in Szene gesetzt werden. Um einen kinderfeindliches Image und entrüstete Anrufe von Eltern zu verhindern.
Vor allem international haben die Deutschen ohnehin einen Familien-unfreundlichen Ruf, der keine negative Bestätigung finden sollte. Wichtig ist hier schlicht die verständliche Begründung: „Obwohl wir Kinder lieben, muss sich nicht alles um sie drehen, und manchmal brauchen unsere Gäste auch einfach Zeit für sich selbst“. Das ist schließlich auch legitim, immerhin gibt es auch Familienhotels, Singlehotels und Tagungshotels.
Inzwischen gibt es bei einigen Reiseveranstaltern Kategorien, wie beispielsweise „Hotels für Erwachsene“. Aber auch ganze Reiseportale, die sich auf den Urlaub ohne Kind spezialisiert haben, wie www.adultshotel.de oder www.urlaub-ohne-kinder.info .
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass wir auf keinen Fall kinderfeindlich sind. Wir finden es einfach wichtig über diese Hotelsparte zu berichten. Wie schon gesagt, es ist völlig legitim, auf eine Zielgruppe einzugehen, die sich einen ruhigen Urlaub wünscht.