Dark Tourism: Der neuste Schrei in der Tourismus Branche?

Klöster, Museen und Strände kann jeder im Urlaub besuchen. Die besondere Faszination üben allerdings all jene Orte aus, an denen sich schreckliche Dinge zugetragen haben. Warum das so ist und was es der Tourismusbranche bringt, dazu jetzt mehr.

Bereits im Jahr 1996 prägten die beiden Tourismusforscher Malcolm Foley und John Lennon den Begriff „Dark Tourism“. Darunter verstanden sie in erster Linie Orte, an denen Tod und Zerstörung vorherrschend waren. Gerade schicksalhafte Ereignisse und Katastrophen üben auf die Menschen von jeher eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Kein Wunder also, dass sich viele Urlauber den ganz intensiven Schauer am Rücken erhoffen, indem sie sich weit ab von den Touripfaden bewegen und sich das etwas andere Erlebnis gönnen. Wobei so außergewöhnlich wie es auf den ersten Blick den Eindruck macht ist der Dark Tourism im Grunde gar nicht, denn Jahr für Jahr pilgern tausende von Touristen zu diesen Plätzen, die heute friedlich sind aber es nicht immer waren. Klassische Beispiele für solche speziellen Pilgerstätten sind die Katakomben von Paris, Tschernobyl oder die Nachbauten der Twin Tower in New York.

Wo Touristen einen respektvollen Umgang lernen

Für Tourismusbeobachter ist das Thema äußerst spannend, denn es erlaubt ganz neue Reiseziele zu erschließen und auch die Touristen anzusprechen, die eben nicht nur entspannt am Strand liegen wollen. Die Gründe solche Orte zu besuchen sind vielfältig. Neugierde, geschichtliches Interesse oder einfach die Faszination der düsteren Vergangenheit sind nur einige wenige Aspekte, die Touristen magisch anziehen. Auffällig ist, Hotels und Reiseveranstalter werben oft sehr bewusst mit diesen Angeboten, bieten Ausflüge an oder günstige Übernachtungen ganz in der Nähe dieser Plätze. Solange Touristen und Veranstalter respektvoll mit den Themen umgehen, bewerten viele Tourismusexperten diesen dunklen Trend als positiv, schließlich hilft es auch dabei, dass solche Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.

Bildurheber: scorpionpl / 123RF Standard-Bild

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