Bonpflicht: Kassenzettel-Wahnsinn nun auch in der Gastronomie

Obwohl die Bonpflicht inzwischen in Kraft getreten ist, gibt es weiterhin viele Unklarheiten zur technischen Umsetzung. Viele kleine Unternehmen beklagen zu hohe Kosten für die Umstellung auf neue Kassensysteme.

Neben den hohen Kosten für die neuen Kassensysteme zieht die Bonpflicht auch einen weiteren kritischen Punkt nach sich. Es entstehen Unmengen Abfall, was keinesfalls im Sinne der Umwelt sein kann. Die kritischen Stimmen werden immer lauter. Viele kleine Betriebe wie Bäckereien haben ihren Unmut im Netz deutlich kundgetan.

Ein Brötchen – ein Bon

Die Bundesregierung will mit der Einführung der Bonpflicht dem Steuerbetrug Einhalt gebieten. Es werden Mehreinnahmen in großer Höhe durch diese Neuregelung erwartet. Doch für viele Betriebe bedeutet diese ein absurdes Unterfangen. Bestes Beispiel sind die kleinen Bäckereien, die für jedes Brötchen einen Bon ausgeben müssen. Kaum ein Kunde wünscht jedoch einen Beleg, sodass Unmengen schwer recycelbarer Abfälle übrig bleiben. Ob dies im Sinne der Umwelt ist, sei dahingestellt.

Hinzu kommt die hohe Investition in die neuartigen, vorgeschriebenen Kassensysteme. Vor allem kleinere Unternehmen stoßen hierbei schnell an ihre Grenzen. Der Deutsche Handelsverband rechnet mit etwa zwei Millionen Kilometern mehr Bonpapier pro Jahr.

Die Bundesregierung reagiert auf groß angelegte Steuerhinterziehung vor allem im Gastgewerbe. So hatten Anbieter von Gastrokassensystemen manipulierbare Kassen in Umlauf gebracht, durch die die Einnahmen bequem nach unten verändert werden konnten. Dadurch entstanden Steuereinbußen in Milliardenhöhe.

Umstellungsfrist bis 30. September

Bis zum 30. September 2020 muss auch das letzte Unternehmen seine Kassensysteme umgestellt haben. Erst danach reklamieren die Finanzämter diese. Dennoch besteht die Pflicht zur Ausgabe der Kassenbons bereits seit Anfang des Jahres. Für viele kleine Unternehmen bleibt nur zu hoffen, dass in der Zwischenzeit eine neue Regelung geschaffen wird.

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