Bestecksprache – Ein Knigge für den nächsten Restaurantbesuch

Wer hätte das gedacht? Es gibt nicht nur einen Knigge dafür, wie das Besteck vor dem Essen auf dem Tisch anzuordnen ist, sondern auch einen dafür, wie es während des Essens am besten auf dem Teller zu positionieren ist.

Vielleicht ist dieses Ereignis manch einem noch im Gedächtnis geblieben? Da legt man kurz eine Essenspause ein, um etwas zu trinken oder mit dem Tischnachbar zu plaudern und plötzlich räumt der Kellner den halbvollen Teller ab und man bleibt mit knurrendem Magen sitzen. Was war passiert? Wahrscheinlich war der Kellner nicht unhöflich oder ungeduldig, er tat nur was man ihm indirekt aufgetragen hat. Je nachdem wie Messer und Gabel auf dem Teller platziert werden, sendet das nämlich unterschiedliche Signale an das Servicepersonal. So bedeuten parallel auf dem Teller angeordnete Messer, Gabeln und Löffeln: „Ich bin fertig mit dem Essen. Sie können abräumen.“ überkreuztes Besteck hingegen heißt, ich bin zwar fertig, möchte mein Besteck aber gerne im nächsten Gang weiter nutzen.

Hinlegen oder besser in der Hand halten?

Leichtes überkreuzen, bei dem sich Messer und Gabel an der Spitze aber nicht direkt berühren heißt, dass weiter gegessen wird, sobald die Pause beendet ist. Wer also die richtigen Signale legt, der steht auch nicht mit knurrendem Magen vom Tisch auf. Wichtig ist, das Besteck niemals auf dem Tisch abzulegen. Elegante Restaurants nutzen oft Tischsets oder weiße Tischdecken. Darauf möchte ja niemand Essensreste verteilen und Soße kleckern. Deshalb gehört abgelegtes und bereits genutztes Besteck grundsätzlich direkt auf den Teller. Wer immer noch unsicher ist und lieber kein Fehlverhalten am Tisch riskieren möchte, der hält beide im Zweifelsfall in der Hand. Sieht wahrscheinlich ungewöhnlich aus, doch das Essen bleibt da. Hoffentlich! Ansonsten einfach höflich dem Kellner abwinken oder ihn darauf hinweisen, bitte alles stehen zu lassen. Dann klappt es auch mit einem entspannten Abendessen im Restaurant.

Bildurheber: deeblue

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