Verpackungsmüll ist eines der drängendsten Probleme der Gastronomie im digitalen Zeitalter. Besonders der Lieferservice boomt, doch mit jeder gelieferten Mahlzeit wächst der ökologische Fußabdruck. Das Wiener Startup And-less will genau hier ansetzen mit einem flexiblen Mehrweg-System für die Branche.
Die Nachfrage nach Take-away und Delivery ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Gäste schätzen den Komfort, gutes Essen einfach nach Hause zu bestellen. Für viele gastronomische Betriebe ist der Lieferdienst inzwischen ein zentraler Umsatzträger. Gleichzeitig wächst der Druck, nachhaltiger zu wirtschaften. Einweggeschirr, Plastiktüten und beschichtete Boxen hinterlassen eine Spur, die weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die Politik soll es richten
Die Politik hat reagiert und seit Anfang 2023 gelten neue Pflichten zur Mehrwegalternative. Doch die praktische Umsetzung stellt viele Betriebe vor Herausforderungen. Wie kann ein Mehrwegsystem in den Alltag integriert werden, ohne Aufwand und Kosten ausufern zu lassen? Wie bleibt die Kundenerfahrung positiv, wenn Verpackungen zurückgegeben werden müssen?
Das junge Unternehmen And-less entwickelt genau für diese Fragen eine Antwort. Das System verbindet wiederverwendbare, hochwertige Behälter mit einer digitalen Pfandlösung. Kundinnen und Kunden scannen beim Bestellen einen QR-Code, der den Rückgabeprozess vereinfacht. Betriebe können so Einwegverpackungen einsparen, ohne ihre Abläufe stark umstellen zu müssen. Die Behälter sind robust, hygienisch und auf viele Einsätze ausgelegt. Damit rechnet sich die Umstellung für viele Betriebe bereits nach wenigen Monaten.
Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell mit Zukunft
Der Erfolg von And-less liegt nicht nur im Produkt, sondern in der Haltung dahinter. Das Unternehmen verfolgt einen partnerschaftlichen Ansatz mit der Gastronomie. Statt ein starr vorgegebenes System aufzudrängen, wird individuell geschaut, wie das Mehrwegkonzept in den jeweiligen Betrieb passt. Von der Imbissbude bis zur gehobenen Küche. Das Prinzip funktioniert überall dort, wo Speisen mitgenommen oder geliefert werden.
Natürlich braucht es eine gewisse Umstellung. Mitarbeitende müssen geschult, Kundinnen und Kunden informiert, Rückgabeprozesse organisiert werden. Aber genau darin liegt die Chance: Wer Nachhaltigkeit nicht als Pflicht, sondern als Teil der eigenen Markenidentität begreift, kann sich langfristig abheben. In einem Markt, in dem immer mehr Menschen bewusst konsumieren, wird verantwortliches Handeln zum echten Wettbewerbsvorteil.
And-less zeigt, dass Mehrweg nicht kompliziert sein muss. Es braucht digitale Intelligenz, verlässliche Partner und den Mut, neue Wege zu gehen. Wer heute handelt, profitiert morgen – ökologisch, wirtschaftlich und im Ansehen der Gäste.
Verantwortung beginnt beim Verpacken
Gastronomiebetriebe, die auf Lieferung setzen, tragen nicht nur Verantwortung für Geschmack und Service, sondern auch für das, was davon übrigbleibt. Einweggeschirr war lange die einfache Lösung, ist heute aber ein Problem mit absehbarem Ende. And-less bietet eine realistische, faire und durchdachte Alternative. Wer sich jetzt damit beschäftigt, kann nicht nur Müll vermeiden, sondern auch Vorreiter einer Bewegung sein, die den Genuss wieder mit gutem Gewissen verbindet.
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