Änderung der Mindestarbeitszeit – ein Problem für das Gastgewerbe?

Die Arbeitszeiten im Gastgewerbe stehen auf dem Prüfstand. Während sich die Angestellten kürzere Arbeitszeiten wünschen, tendiert die Branche zu flexibleren und längeren Arbeitszeiten. Nur eine Gesetzesänderung kann dies durchsetzen.

Die zulässige Höchstarbeitszeit heraufzusetzen, wäre ganz im Sinne der Gastwirte. Der Fachkräftemangel lässt kaum noch eine normale, geregelte Arbeitszeit zu. Immer mehr Angestellte der Branche müssen Überstunden machen, damit die Gaststätten ihren Betrieb aufrechterhalten können.

Aktuelle Befragung zu Arbeitszeiten

Eine aktuelle Befragung zu den Arbeitszeiten der Beschäftigten in der Gastronomie hat deutlich gezeigt, dass diese nicht zufrieden sind. Von den Befragten gaben 45 Prozent deutlich zu verstehen, dass die aktuellen Arbeitszeiten inakzeptabel sind. In den vergangenen Jahren hat die Belastung stetig zugenommen. Dies gaben 81 Prozent der Befragten an. Ganze 75 Prozent der Befragten sind nicht in der Lage, nach Arbeitsschluss wirklich abzuschalten. Der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten wurde bei 62 Prozent deutlich.

Die Befragung fand zwischen September und Dezember 2018 in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen statt. In diesem Zeitraum scheinen besonders viele Überstunden angefallen zu sein. Denn 72 Prozent gaben an, regelmäßig Überstunden leisten zu müssen. Auch in der Freizeit werden 46 Prozent der Befragten in den Betrieb zitiert, um dort auszuhelfen.

Eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes könnte zwar die Lage entspannen, würde aber zu Lasten der Arbeitnehmer der Branche gehen. Ganze 70 Prozent der Befragten lehnen die Verlängerung der Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden ab. 19 Prozent der Befragten würden auch einen 12-Stunden-Tag in Kauf nehmen, allerdings nur, wenn die wöchentliche Arbeitszeit gleich bleiben würde.

Während der Dehoga eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten mit möglicher Verlängerung fordert, stellt sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten konsequent dagegen. Schon jetzt werden rund 50 Prozent aller Ausbildungsverträge der Branche vor Abschluss gelöst. Eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen würde noch weniger Menschen dazu veranlassen, in der Gastronomie Fuß zu fassen.

Bildurheber: warongdech / 123RF Standard-Bild

Ähnliche Beiträge

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.