Abzocke: Darf ein Chef das Trinkgeld kassieren?

Trinkgelder sind ein wichtiger Bestandteil des Lohnes in der Gastronomie. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass dieses nicht bei den ursprünglich Begünstigten landet. Die verschiedenen Betriebe handhaben die Trinkgeldkasse auf unterschiedliche Weise.

Zufriedene Gäste zahlen gern etwas mehr, um die Beschäftigten der Gastronomie für ihren guten Service zu belohnen. Dieser Extraverdienst ist ein willkommenes steuerfreies Geschenk, das leider nicht in jedem Gastronomiebetrieb bei den Beschäftigten ankommt.

Trinkgeld – in jedem Gastronomiebetrieb ein wichtiges Thema

Die Beschäftigten in der Gastronomie zählen zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften. Nur durch die Trinkgelder ihrer Gäste erhalten sie einen Bonus, der dabei hilft, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Trinkgelder gelten vor dem Gesetz als steuerfreie Geschenke. Schließlich werden sie von den Gästen als Zeichen besonderer Wertschätzung für einen guten Service gezahlt.

Doch in der Realität sieht es leider häufig so aus, dass nicht alle Trinkgelder ihr eigentliches Ziel erreichen. Oft werden Beträge einfach vom Chef einbehalten oder die Trinkgeldkasse wird unberechtigt geplündert. Die Leidtragenden sind die hart arbeitenden Beschäftigten der Gastronomiebetriebe.

Unterschiedliche Praktiken rund ums Trinkgeld

Eine einheitliche Regelung zur Handhabung des Trinkgeldes gibt es nicht. Jeder Gastronomiebetrieb regelt dieses intern auf seine Weise. In den meisten Fällen ist es so, dass die Trinkgelder in eine gemeinschaftliche Trinkgeldkasse gegeben werden. Anschließend werden sie dann unter allen Beschäftigten gerecht aufgeteilt. So sollte es sein, denn auch das Küchenpersonal und diejenigen, die nicht selbst abkassieren, leisten ihren Beitrag zu einem rundum gelungenen Service.

Mit der Aufteilung der Trinkgelder sollte nicht zu lange gewartet werden. Die Beträge werden sonst zu groß und verführen noch mehr zum unberechtigten Zugreifen. Da die Gelder meist nicht sicher verwahrt werden, sollte die Verteilung mindestens einmal pro Woche erfolgen. Im Idealfall wird nach jeder Schicht geteilt. So lassen sich unangenehme Vorkommnisse vermeiden.

Behält der Chef einen Teil der Trinkgelder ein, haben die Beschäftigten das Recht, sich zur Wehr zu setzen. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Kaum jemand würde vor Gericht gehen, um sein Trinkgeld einzuklagen.

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